Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
260
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ten Graden hebt, so kann man die genau halbe Ladung, beobachten,wenn man jene Kugel mit einer ganz gleichen ungeladenen inBerührung bringt, und sic dann trennt, das genaue Viertel derLadung, wenn man diesen Versuch wiederholt u. s. w.

Wirkung der Spitzen.

Die Spitzen haben, wie ich schon oft erwähnt habe, dieEigenschaft, die Electcicität in die Lust zu zerstreuen, und deshalbdarf ein Leiter sich nirgends in Spitzen oder auch nur mit scharfenKanten endigen. Diese Eigenschaft wird jetzt vollkommen erklärlich.Drängt nämlich auf Leitern die als Ladung ihnen mitgctheilte Elec-tricität sich desto mehr nach dem Ende hin, je schmaler dieses ist,wird schon auf dem Spharoide, dessen Axc zehnmal so lang istals der Durchmesser des größesten runden Querschnittes, die Schichteder Electcicität zehnmal und der Druck gegen die Lust hundertmalso stark am Ende der Ape als an der Oberfläche jenes rundenQuerschnittes, so ist cs leicht zu übersehen, daß bei sehr spitzigendigenden Leitern der Druck gegen die Luft zu groß werden undden Widerstand der Luft überwinden muß. In diesem Falle strömtdie Electcicität aus und cs ist keine bedeutende Ladung mehrmöglich. Man fühlt einen von der Spitze ausgehenden Wind,wenn man ihr die Hand gegenüber halt, und im Dunkeln zeigtsich ein Leuchten an der Spitze. Bei stärker» Ladungen des Lei-ters zeigen sich eben diese Erscheinungen nicht bloß an Spitzen,sondern schon an kleinen, und bei sehr starken Ladungen auch angrößern Kugeln. Hiebei bemerkt man nun eine merkwürdige Ver-schiedenheit, je nachdem die Ladung positiv oder negativ ist, indemdie Spitze an dem positiv geladenen Leiter einen nach allen Seitensich ausbreitcnden Lichtbüschcl, eine Menge divcrgirender Licht-strahlen, hervorbringt, dagegen eine Spitze an dem negativen Leiternur einen glänzenden Punct darstcllt, der jedoch bei sehr starkenLadungen auch schwache, nach allen Seiten gehende Strahlen zeigensoll. Diese Verschiedenheit ist eines der characteristischen Merkmalebeider Elcctricikaten, die man auch als Beweis für die FranklinischeTheorie gebraucht hat, indem man das deutliche Ausströmcn derpositiv-elektrischen Materie als das wahre Ausströmen der angc-häusten Eleclricitat ansah, den glänzenden Punct an negativen