239
offenbar von der in den Lufttheilchen 6, e, enthaltenen Electricitatnach entgegen gesetzten Richtungen gezogen, und die Einwirkungder Thcilchcn a, die nach beiden Seiten gleich gezogen werden,kömmt nicht in Betrachtung.
Diese Theorie empfiehlt sich durch ihre Einfachheit, indemnur eine elektrische Materie angenommen, und der Ucberfluß undMangel, das -s-bl und — L, wozwischen der natürliche Zustandals Null, weder Anhäufung noch Mangel, liegt, im eigentlichenSinne verstanden wird. In der Folge bieten sich indeß mehrereZweifel gegen diese Ansicht dar, und obgleich sie bei den zunächstanzuführcnden Erscheinungen beinahe ebenso gut als die zweiteTheorie ausreicht, so ist man doch oft genöthigt, der Voraussetzung,daß cs zwei elektrische Materien giebt, den Vorzug zuzugestchen.
Dualistische Theorie.
Ein sich sogleich darbietender, und von den Gegnern Frank-lins sehr hervorgehobcncr Zweifel ist der, daß die Wirkungs-Artdes Mangels an Elcctricität so vollkommen der Wirkung des Ucber-fluffes gleich ist, so sehr, daß man durchaus nicht mit Gewißheitsagen kann, ob wirklich die Glas-Electricitat als die wahrhaftpositive, als Anhäufung elektrischer Materie, anzusehen sei. DieGründe, welche Franklin bestimmten, der Glas-Elcctricitätdiesen Namen der positiven beizulegen, die in dem Ansehen desaus Spitzen ausstrahlenden Lichtes, in der Stärke und Richtungdes Funkens u. s. w. liegen, sind, wie ich künftig noch anführenwerde, kcineswcges entscheidend. Schon Sy mm er fand esdaher angemessener, zwei elektrische Materien anzunehmen, die ichdie positive und die negative Materie nennen werde, obgleich siehier alle beide als gleich cigenthümlich angesehen werden.
Da die Erfahrung uns zeigt, daß beide elektrische Zuständeaus dem natürlichen Zustande der Körper mit gleicher Leichtigkeithervorgehen, so sind wir genöthigct, bei der Voraussetzung zweierelektrischer Materien anzunehmen, daß die Körper in ihrem natür-lichen Zustande beide elektrische Materien enthalten, daß diese aberda, weil sie sich gegenseitig sehr stark anziehen, sich in cimm gebun-denen Zustande befinden, keine sich kenntlich macht, weil die eine