Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
235
Einzelbild herunterladen
 

235

einer der geriebenen Körper negativ elektrisch wird, indem derandre positive Elcctricität annimmt, leitet uns zu dem Gedanken,den elektrischen Zustand des isolirten und auch mit dem Leiter L.nicht in Verbindung gesetzten Reibzeuges genauer zu untersuchen.Um dieses zu thun bringt man an dem Reibzcuge einen eben solchenisolirten Leiter an, wie derjenige ist, der von dem geriebenen Glasedie Elcctricitat empfangt, wie 14 N (kiA. 48.), und laßt diesenLeiter wahrend der Wirkung der Maschine mit dem Reibzeuge inVerbindung. Schon nach den ersten Umdrehungen der Maschinezeigen sich beide Leiter elektrisch, beide ziehen leichte Körper an undstoßen sie nach der Mitthcilung ab; aber wenn man einen isolirtgehaltenen, vom Reibzeugconductor abgestoßenen Körper demHauptleiter, der mit dem geriebenen Glase in Verbindung steht,nähert, so wird er hier angezogen, und ebenso im umgekehrtenFalle. Bringt man einen größer», isolirt gehaltenen Körper anden Leiter des Reibzeugs und laßt ihn da sich laden, so entsteht,wenn er dem Leiter am Glascylinder genähert wird, ein Funkezwischen beiden; und ebenso umgekehrt, wenn man einen vomGlase her geladenen Leiter isolirt zu dem Leiter des Reibzeugesbringt, so schlägt ein Funke über, welches nicht der Fall ist, wennman den am einen Leiter geladenen Körper eben diesem Leiterwieder darbietct.

Das Rcibzeug wird also negativ elektrisch, während das Glaspositiv wird, und umgekehrt wird das aus Pelz bestehende Reibzeugpositiv, wenn man Schwefel oder Scidenzcug oder Wollenzeug, dienegativ werden, als geriebene Körper anwcndet. Diese Erfahrungkann uns zu einer genaueren Theorie der elektrischen Erscheinungenhin leiten; und wenn gleich Franklin schon viel mehr Erfah-rungen vor sich hatte, als ich bis jetzt angeführt habe, so werde ichdoch Franklins Theorie und dann auch die ihr gegenüber-stehende schon hier erklären.

Franklins Theorie der elektrischen Erscheinungen.

Nach Franklins Ansicht ist die elektrische Materie inallen Körpern verbreitet; aber im natürlichen Zustande der Körperbefindet sie sich im Gleichgewichte, so daß sie kein Bestreben hat,vom einen Körper zum andern überzugehen. Wir müssen cs also