192
lich aus dem Gefäße, worin durch starke Hitze das Gas entwickeltwird, aus einem zweiten Gefäße, worin es gereinigt wird, undaus dem dritten, worin cs gesammelt und den Brenn-Ocffnungenzugeleitet wird. Für den ersten Zweck bedient man sich bei demSteinkohlengase einer eisernen Retorte, worin die Steinkohlendurch ein unter der Retorte angebrachtes Feuer erhitzt werden, da-mit alle flüchtigen Bestandtheile durch die zum zweiten Gefäßeführende Röhre ausgetciebcn werden. Bei der Bereitung desDelgas bedarf man einer kleinern Retorte, die auf tim» Grad derEentesimalfcale erhitzt wird, und in der sich das in einem langsamenStrome zufließende Oel sogleich zersetzt. Das zweite Gefäß istbei dem Steinkohlengas bestimmt, das Theer und die übrigen flüs-sigen Substanzen aufzunehmen, und das Gas, welches hier durchWasser mit Kalk gemischt geht, von der nicht mit brennbarer Luftverbundenen Kohlensäure und andern Stoffen zu reinigen. Fürdas Oelgas hat man ebenfalls am besten gefunden, die Dämpfeund Luft ziemlich weit durch Wasser fort zu leiten, damit dasGas von den Dämpfen befreit als reines Gas übergehe. Dasdritte Gefäß ist (!?!§. 37.) das unten offene Gasometer A II, dasmit seiner Deffnung in das Wasser im Gefäße LI, LI,getaucht ist, und durch die Gewichte 6, I), beinahe im Gleich-gewichte gehalten wird; die vom zweiten Gefäße herkommendeRöhre XXX füllt das Gasometer und ist oben mit-der mitWasser gefüllten Haube ^ bedeckt, damit das in dem Raume L Kgesammelte Gas nicht zurück in diese Röhre, sondern in die offeneRöhre OUIX dringe; öffnet man dann den Hahn X, so strömtdas Gas zu den Deffnungcn I., I,, I,, hin, wo cs entzündet wird,und mit schöner weißer Flamme brennt *).
Daß diese Gas-Erleuchtung schon in vielen Städten ange-wandt wird, und, wenn nicht die erste Auslage so groß wäre,noch öfter angewandt werden würde, ist Ihnen bekannt. — Aberso nützlich diese, die Flamme betreffende, Erfindung ist, so bietetsich uns doch eine noch ungleich wichtigere dar.
*) Verschiedene Anordnungen zur Gas-Erleuchtung sind beschrie-ben in: Accums pract. Abh. über das Gaslicht, übers, v. Lampa-dius. Berlin. 1819.