Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
164
Einzelbild herunterladen
 

164

bei der Kühle des Abends wärmer als die Luft, oder nur im selten-sten Falle haben sic eine niedrigere Temperatur als die Lust; bringtman sie mit leicht erkaltenden, die Wärme gut aussirahlendenKörpern so in Verbindung, daß sie durch Leitung zugleich mit ab-kühlen, so bethaurn selbst die Metalle. Erde giebt mehr strahlendeWärme her, Gras ist noch besser dazu'geeignet, Flöckchen Seideoder Baumwolle oder die feinen Schwancnfedern verlieren ammeisten Wärme, und so kann man genau die Reihenfolge der Kör-per Nachweisen, die mehr oder minder leicht strahlende Wärme vonsich geben, und cs findet sich, daß eben diese Reihenfolge das leichteErkalten bei der Abendkühle und das leichte Bethauen bestimmt.

Diese Ungleichheit des Bethauens findet bei unähnlichen Ge-genständen statt, die der Lust auf ganz gleiche Weise ausgeseht sind;aber ähnliche Gegenstände bethauen zu eben der Zeit ungleich, wennsie sich in verschiedenen Lagen befinden. Wenn ein Platz eng ein-geschloffen, mit hohen Wänden umgeben ist, so läßt sich leicht ei»sehen, daß die hier ausgestellten, nicht erheblich von der Erde ent-fernten Gegenstände nur wenig Wärme, als durch Strahlung aus-gesandt, verlieren können; denn Wände und Boden und alle Ge-genstände senden sich gegenseitig strahlende Wärme zu, und ersetzenzum Thcil ihren Verlust, so daß nur die wenigen, nach dem freienHimmel gesandten Wärmcstrahlen ohne Ersatz bleiben. Diesegeringe Abkühlung ist der Grund, warum das Bethauen an solchenStellen, die, wie Wells es ausdrückt, den freien Anblick desHimmels nichr genießen, so geringe ist, weil nämlich die Abkühlungdort geringe ist. Wells Kat Wollflöckchen oberhalb eines Brettesund nahe unterhalb eines Brettes aufgehängt, jene nahmen dreibis viermal so viel Thau auf als diese, so daß 16 Gran Wolle oberhalbin einer Nacht 14 Gran, unterhalb nur 4 Gran, in einer andernNacht die obere Wolle 20 Gran, die untere nur 4 Gran ausge-nommen haue. Auch wenn die Wollflöckchen auf dem Grase lagen,aber das eine von einem Eylinder von Thon, einen Fuß im Durch-messer und 2s Fuß hoch, umgeben, das andre frei; so erhielt dasfreie Flöckchen viel mehr Thau; bei einem Versuche mit 10 GranWolle, das freie Flöckchen 16 Gran, das beschattete nur 2 Gran.Wells hat mehrere solche Versuche angesiellt, die alle den Satzbeweisen, daß der Thau da weniger fällt, wo durch eine gehinderte