Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
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In dieser unter unfern Augen vorgehenden Nebelbildung zeigtsich uns auch, wo nicht der einzige doch ein Hauptgrund der Wol-kenbildung. So oft eine -Mischung zweier Luftwaffen, die nurnicht allzu weit von dem Puncte größter Feuchtigkeit entfernt, aberan Warme crhcblich verschieden find, statt findet, schlagt sich Dunstnieder, und so oft Luftwaffen, die ziemlich mit Feuchtigkeit beladensind, an einem kälteren Körper vorbei gehen, entstehen Wolken.Das Letztere scheint der Grund zu sein, warum Abends die Berg-spitzen sich mit Wolken bedecken, die sich allmahlig tiefer hcrabsen-ken. Die Oberfläche des Berges nämlich kühlt sich mehr ab alsdie in gleicher Höhe liegende Luftschicht-, und indem nun die ziem-lich feuchten Luftschichten durch die Oberfläche des Berges abgckühltwerden, bedeckt sich der Berg mit einer Wolke. Eben das kannauch am Tage statt finden, und da dann durch die Wolkcnbedeckungdem Berge die Erwärmung der Sonne entzogen wird, so muß ausvermehrtem Wärme-Unterschiede die Wolkenbilduug zunchmen.Bei dieser Wolkenbildung ist oft die in gleicher Höhe liegende Luft-schicht- warm genug, um die Dampfe wieder in elastischer Gestaltaufzunchmen, und man sieht dann an der dem Winde ausgeschtcnSeite des Berges immer neue Wölkchen sich an die große Wolkeanlegen, diese vereinigen sich an der Spitze des Berges mit dergroßen Wolke, und an der andern Seite trennen sich abgerisseneWolkcnflocken, die in der Luft zergehen, so erneuert sich die Wolkeunaufhörlich, wahrend sie, ihrer Größe nach unverändert, auf demBerge zu ruhen scheint. Da diese Bedeckung der Berge mit Wol-ken nur statt findet, wenn viele Feuchtigkeit in der Luft ist und vieleFeuchtigkeit in der Luft gewöhnlich Regen ankündigt, so ist derGrund, warum jene Wolken auf Bergen Regen bedeuten, leichteinzusehen. Berge, die mit Schnee und Eis bedeckt sind, müssenvorzüglich leicht sich so mit Wolken bedecken *).

Ganz aus denselben Gründen erklärt sich die oft so schnelleintrctcnde und schnell wieder verschwindende Bedeckung des Him-

*) Das Tafeltuch auf dem Tafelberge am Vorgel', d. g. Hoffn.Barrows Reisen im südl. Africa. I. 51. Die Bedeckung des Araratmit Wolken, von Freygangs Reise »ach d. Caucasus. S. 232.S. meine Beitr. z. Mcteorol. S. 34J.