Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
155
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Zehnte Borlesung.

Die neulich angestellten Betrachtungen betrafen die in ela-stischer Form, als durchsichtige Dämpfe, in der Lust enthaltenenWasscrthcilchcn; aber auch von ihrem Ucbcrgange in den Zustandsichtbarer Dünste und tropfbaren Masters, von der Entstehungder Nebel, der Wolken, des Regens und des Thaucs muß ichnoch etwas sagen, da ein großer Thcil der meteorischen Erscheinun-gen hier ihre Erklärung findet.

Nebel und Wolken.

Wenn die Dampfe warmen Masters in der kalten Lust auf-stcigcn, so zeigt sich ein lieblicher Dunst, bestehend aus sehr kleinenTheilcn niedergeschlagenen Masters, weil der so dichte Dampf beigeringerer Warme nicht mehr als elastischer Dampf bestehen kann;in etwas größerer Entfernung von der Dampfguelle wird er wiederunsichtbar, weil er, in größeren Raum ausgcbreitet, aufs neuesich in einen der niedrigen Temperatur angemessenen, weniger dich-ten, elastischen Dampf verwandelt. Ebenso zeigt sich uns der aus-gehauchtc Athem in kalter Lust. Und ganz dieselben Gründe brin-gen in einer Menge von Fallen ausgedehnte Nebel in der Atmo-sphäre hervor. Diese müssen nämlich in zwei Fällen nothwcndigentstehen, sowohl wenn aus einer Dampfguelle Dampfe in einekältere Luft übergehen, als auch wenn eine mit Dampfen erfüllteLuft an der Oberfläche eines kälteren Körpers abgckühlt wird. Dascrstcre findet bei den Nebeln statt, die wir oberhalb des Wassers sichAbends nach Sonnen - Untergang, oft auch die ganze Nacht durch,und im Winter bei plötzlich starker Kälte, bilden sehen. Die Er-fahrung zeigt, daß nach heißen Sommcrtagen die Oberfläche dcöfesten Landes schneller erkaltet, als die Gewässer, und dieses ist auchso fern leicht zu erklären, als im Wasser die an der Oberflächeerkalteten Theilchen in die Liefe hinabsmken, dagegen aber erwärmteThcilchen den Platz an der Oberfläche entnehmen. Indem nundie über dem festen Boden abgckühltc Luft über die Oberfläche des