Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
149
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deckt man eine der beiden Kugeln des Differenzthcrmometers(I'iA. 3.) mit dünnem Mouselin und befeuchtet diesen, so wird derso bedeckten Kugel durch die Verdampfung Warme entzogen, unddie in der Röhre enthaltene Flüssigkeit zeigt diesen Wärme-Unter-schied an. Je trockener die Luft ist, desto schneller geht die Ver-dampfung fort, und die entstandene Kalte ist desto größer. Eskann vielleicht scheinen, als ob wegen des stets neuen Aufwandesvon Wärme das Differenzlhermometcr immer mehr und mehrKälte anzcigen sollte; aber dies findet darum nicht statt, weil dieumgebende Luft der abgekühlten Kugel Wärme zuführt, und diesimmer mehr, je größer der Unterschied der Wärme geworden ist,endlich also so viel, daß dadurch der Verlust an Wärme ersetzt undein weiteres Sinken der Temperatur gehindert wird. Je schnellerdas Verdampfen erfolgt, das heißt, je trockener die umgebende Luftist, desto größer ist die Temperatur-Differenz, weil die bei schnellerVerdampfung so schnell eintretcndc und schnell erneuerte Kälte nichtso bald durch die Wärme der umgebenden Luft erseht wird. Au-gusts Psychrometer beruht auf eben dieser Wärmediffcrenz.

Andre Erfolge dieser Verdunstungskälte will ich nachher an-gebcn, und jetzt sogleich zu dem vollkommensten Hygrometer über-gehen, das auf der Bestimmung des Condensationspunctcs derDämpfe beruht. Schon vor längerer Zeit machte Dalton dar-auf aufmerksam, daß man, bei gleich warmer, aber ungleich feuchterLuft, das Dcthaucn eines kalten Gefäßes bei ungleicher Kälte desGefäßes wahrnehmc; er schlug daher vor, durch allmählige Ab-kühlung des in einem Glase enthaltenen Wassers allenfalls durchbeigemischtes Eis, die Temperatur zu bestimmen, wo der ersteleichte Thau sich aus der Lust an das Glas anlegt, und so denBethauungspunct, den Eondensationspunct derDämpfe, das ist, den Wärmegrad, welchem dieser entspricht, zubestimmen. Dieses Verfahren ist etwas schwierig, aber der Gedankeist nicht allein richtig, sondern enthält auch das wahre Princip derHygrometrie.

Sic wissen, daß ein im leeren Raume enthaltener Dampf,wenn Wasser genug vorhanden ist, bei bestimmter Wärme z. B-I«>o Cent, eine gewisse Dichtigkeit und Elasticität annimmt, diewir als die zu dieser Wärme gehörige größeste bezeichnet haben.