Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
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erwärmte Körper doppelt so viel Wärme verliert, als der nur nochum 1U Grad erwärmte.

Die einfachste Betrachtung, die in Hinsicht auf die Wärmc-leitung Vorkommen kann, findet da statt, wo ein sehr breit aus-gedehnter Körper durch zwei parallele Oberflächen begrenzt wird, dereneine in immer gleicher hoher Temperatur, die andre in immergleicher niedriger Temperatur erhalten wird. Hier zeigt die Theo-rie, daß, nach längerer Dauer des von außen unterhaltenen Zu-standes, die Abnahme der Temperatur in den zwischen liegendenSchichten den Abständen proportional ist, also in der MittlernSchichte genau die mittlere Temperatur zwischen jenen äußerstenstatt findet. Dies gilt nämlich da, wo die Seitengrenzcn des nachallen Seiten sehr weit ausgedehnten Körpers so sehr entfernt sind,daß man den Einfluß der durch jene Seitengrenzcn verloren gehen-den Warme als nicht in Betrachtung kommend ansehen kann.

Daß dieses so ist, wird durch die Gleichheit der von einer Seilezuströmenden und von der andern Seite abfließenden Wärme bewie-sen. Es wird auch gezeigt, daß dieser Wärmestrom in irgend einerZwischenschichte desto lebhafter ist, je größer die Wärmediffercnz derbeiden Grenzschichten und je kleiner der Abstand derselben von ein-ander ist. Alle diese Folgerungen sind sehr einfach, doch aber durchdie genaue theoretische Ableitung merkwürdiger, da der Grund, war-um sie statt finden, hier strenge erhellt.

In diesem Falle konnten wir die Strömung der Wärme alsnur nach einer Richtung gehend ansehen, da die so breit aus-gedehnten Grenzflächen uns gestatteten, die Seitenflächen als garnicht einwirkend anzusehcn; der folgende Fall ist schwieriger. Essei ein sehr langer Stab, dessen eines Ende immer gleich warmerhalten wird, während seine übrige Oberfläche sich in der kaltenLust befindet. Hat hier die allmählige Erwärmung der entfernter»Thcile einen gewissen Grad erreicht, so verlieren alle Puncte derOberfläche Wärme, die in die Lust übergeht, und wenn wir irgend-wo uns eine Qucrschnittsfläche des Stabes denken, so geht durchdiese in jedem Augenblicke eine gewisse Wärmemenge von derWärmequelle aus hindurch, theils um den an der Oberfläche desentfernteren Theiles statt findenden Wärmevcrlust zu ersetzen, theilsum diesen cntfcrntcrn Thcil nach und nach mehr zu erwärmen.