51
sinken, daß dadurch eine Mischung der wärmern und kaltemTheilchen entsteht, und sich schwer bcurthcilen laßt, in welchemGrade die entfernter» flüssigen Theile erwärmt werden würden,wenn die Erhaltung einer völligen Ruh- möglich wäre; indeß setztdoch diese in den flüssigen Theilchen bei der Berührung hervor-gebrachte Erwärmung schon eine Mittheilung, also eine Zuleitung,voraus, und die Meinung, daß flüssige Körper im strengsten Sinnedie Wärme gar nicht leiten, ist fast von selbst widerlegt. Aberlangsam und schwach ist die Wärmelcitung in flüssigen Körpern,und dieses hat Rum so rd allerdings bewiesen. Als Beweis dafürgiebt ec mit Recht die Erfahrung an, daß Körper von Feuchtigkeitdurchdrungen, wo aber die festen Lhcile die Bewegung hindern,so sehr langsam erkalten. Es ist bekannt, daß breiartige Speisen,gebratene Aepfel und dergl. im Innern sehr lange heiß bleiben,wenn die Oberfläche auch abgckühlt ist, daß hier also die Leitung,die Mittheilung von Theilchen zu Theilchen, sehr schwach ist, wo-durch allerdings gezeigt wird, daß flüssige Theilchen wenig zu dieserMittheilung geeignet sind.
Rumford hat dies durch einige merkwürdige Versucheandrer Art noch mehr gezeigt. Er füllte ein 14 Zoll hohes cylindri-sches Gefäß mit (i Pfund kochend heißem Wasser, und legte eine, nachder Weite des Gefäßes ausgeschnittene, die Oberfläche fast ganzbedeckende, Eisschichte von 34 Zoll dick, (10^ Unzen schwer) obenauf dieses Wasser; das Eis war in nicht völlig 3 Minuten ganzzerschmolzen. Wurde dagegen eine eben solche Eisschcibc auf demBoden des Gesäßes befestigt und nun heißes Wasser vorsichtig auf-gegossen *), so vergingen 2 Stunden, ehe die Hälfte des Eises ge-schmolzen war; ja das Wasser behielt in der Nähe des Eises eineso große Wärme, daß cs in 1 Zoll Entfernung über der Eisflächenach 12 Minuten fast noch ebenso warm als oben, nämlich 77« Cent.,war, obgleich ganz nahe an der Oberfläche des Eises das Wasserbis auf 5° Cent, abgckühlt gefunden wurde. Hier hatte also einenur sehr schwache Zuleitung der Wärme statt gesunden, und die
*) Um das Zerspringen des Glases zu hindern, war schon etwaskaltes Wasser oberhalb des Eises, damit das heiße Wasser sich mitdiesem mische.
D 2