Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
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Gegenseitige Erwärmung durch Ausstrahlung. Strah-lende Kalte.

Da alle uns umgebende Körper in größerm oder geringerinGrade erwärmt sind, so geben sie auch immersort strahlende Wärmeher, und cs findet ein unaufhörlicher Austausch der Warme derverschiedenen Körper statt. Ist das Thermometer ebenso warm,als die Wand, welcher ich cs nähere, so bemerke ich diese Ausstrah-lung nicht, weil blosi die vom Thermometer gegen die Wand aus-strahlende Warme ersetzt wird durch die von der Wand gegen dasThermometer übergehende Warme; dagegen wenn die Wand war-mer ist, sehen wir das Thermometer steigen, weil es mehr Warmeempfangt als verliert, und im umgekehrten Falle sehen wir es sin-ken. Im letztem Falle, wo die Wand kälter ist, hat cs das An-sehn, als ob auch Kälte ebenso strahlend von der Wand ausginge,wie sonst die Warnv, und unsre eigne Empfindung ist, wennwir uns einem kalten Körper nähern, ebenso; aber offenbar istdieser Anschein bloß darin begründet, daß die von dem wärmerenThermometer oder von der wärmeren Hand aussirömcnde Warmenicht ganz ersetzt wird durch die von der Wand oder von dem käl-ter» Körper herüber kommende Warme. Aus diesem Grunde füh-len wir uns unangenehm in einem Zimmer, dessen Wände nichtdurchwärmt sind, wenn gleich der Dsen hinreichend warm ist.

Ein vorzüglich auffallendes Phänomen der anscheinend aus-strahlenden Kalte ist folgendes. Wenn man zwei Hohlspiegel ein-ander so gegenüberstellt, daß die vom Brennpunkte A des einen(KiA. 14.) ausgehenden Strahlen, mit der Axe beider Spiegelparallel zurückgeworfen, sich wieder im Brennpuncte 11 des andernsammeln, so bringt ein nach -4 gebrachtes Eissiück das Thermo-meter k zum Fallen, so daß es scheint, als würden die von.4 aus-strömendcn Kaltcstrahlen AI), All, nach 1)1', IÜO, und dannnach KL, OII, zurückgeworfen. Die Erklärung ist aber ganzeinfach. Wären in A und k gleich warme Körper, so würde vonA die Wärme nach den Wegen AI) I? II , All OII, ausströmen undsich in L sammeln, aber ebenso viel Wärme würde von II aus aufdenselben Wegen nach A zurückkehrcn; ist dagegen A kälter, sobeträgt die ihm erthcilte Wärme noch immer ebenso viel, statt daßdie von ihm ausgegangcne Wärme geringer ist; II erhält daher