Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
36
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spiegel bedient, zeigt auch die schnelle Verbreitung der strahlendenWarme. Picket stellte zwei Brennspicgel so einander gegenüber,daß die mit der Axc des einen parallel zurückgeworfenen Strahlenauch den andern Spiegel mit seiner Axe parallel trafen; wurde nuneine sehr heiße, aber nicht mehr glühende, Kugel in den Brcnnpunctdes ersten; gebracht, wo dann die refleelirtcn Strahlen den andernSpiegel in parallelen Richtungen trafen, und in seinem Brenn-punkte gesammelt wurden, so stieg das im Brennpunkte des zweitenSpiegels stehende Thermometer augenblicklich, wenn der zwischen-gcsehte Schirm weggenommcn ward, und dies auch dann, wenn dieWarmcstrahlcn 80 Fuß zu durchlaufen hatten. Die Warmestrah-len gehen also wenigstens so schnell fort, daß wir in Entfernungenvon 80 oder 100 Fuß noch keinen Zeitverlust wegen der Fortpflan-zung wahrnehmen können; indcß bleiben wir darüber, ob diese Ge-schwindigkeit der des Lichtes nahe kommt, unbelehrt.

Die strahlende Warme ist auch der Brechung auf ganz ähn-liche Weise wie das Licht unterworfen. Dies beweisen unsre Brenn-glaser, welche die durchgelasscncn Wärniestrahlen der Sonne ebensogut als ihr Licht im Brcnnpuncte sammeln und dadurch bei großenBrcnnglasern eine Hitze, die zum Glasschmelzen ausccicht, hervor-bringcn. Ein ähnlicher Versuch laßt sich mit dunkler Warme, mitMetallkugeln, die schon nicht mehr glühen, nicht wohl anstcllen,weil die so schwache Warme nicht stark genug das GlaS ducch-dringt.

Die Beobachtung, daß auch die Warmcstrahlcn so wie dieLichtstrahlen gebrochen werden, führt zu der Frage, ob sie dennmit irgend einem der Facbcnstrahlcn in Hinsicht der Brechung ganzgenau übereinstimmcn. Der altere Herschel hat diese Fragezuerst beantwortet, indem er in den durch ein Prisma getrenntenFarbcnstrahlen der Sonne Thermometer aufstellte, und die Warmevom violetten und blauen Strahle an bis zum rothen immerfortzunehmend fand, ja die größte Wärme erst da beobachtete, wo dasAuge sogar auch keine rothc Strahlen mehr bemerkte. SpätereVersuche, besonders die von Seebek, haben gezeigt, daß d,c Lageder am meisten erwärmenden Gegend des Farbenbildes nicht beiallen Prismen ganz gleich ist, sondern daß sic ebenso wie die Farbcn-zerstccuung von der Verschiedenheit der Besiandtheile des brechenden