Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
171
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nur Dornen und Disteln vcrmuthctcn, überraschtuns der Herr mit dem Anblick geistlicher Rosen- undLilienbecte, wie wir sie schöner vielleicht noch nichtim Gnadengartcn Gottes blühen sahen, und wo wiruns von nichts als ägyptischer Finsterniß umgebenglauben, da heißt es oft am ersten zu uns im lieb-lichsten Verstände, wie einst zu Abraham: "Blickehinauf! Sichst du die Sterne; kannst du sie zäh-len?" Da thut der Herr uns z. B. hier,wie noch kürzlich in einem französischen Dorfe ge-schah, die verrufene Hütte einer Wahrsagerin auf,und zeigt uns in derselben statt der versunkenenSchwarzkünstler-Familie jetzt eine stille, selige Läm-merheerde, zu der er sich in kurzer Zeit das wü-steste Gesindel umzubildcn wußte; da enthüllt eruns dort, wie sich's gleichfalls in diesen Tagennoch ereignete, in einer der leichtsinnigsten Städteder Welt eine geistliche Gnadcupflanzung, die wirin solcher Menschenwüste nimmermehr gesucht hät-ten, und doch grünte sie schon Jahrelang im Ver-borgenen, nur dem himmlischen Gärtner bekannt,der sie pflanzte und pflegte. Da führt er uns hierin einer Gegend, ihr kennt sie ja, wo dieWeissagung, wer weiß wie lange schon völlig ver-stummte, ganze Häuflein der innigsten und lebendig-sten Gnadeukinder entgegen, die er sich selber, ohnemenschliches Zuthun, in der Stille zeugte, daß mannicht weiß, wo sie mit einem Male hcrgckommen,und fast denken mögte, sie seyen wie der Thau aus

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