Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
142
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mcr entblößter findest von wahren Tugenden,und die Gerechtigkeit des Bürgen wird dir im-mer köstlicher; wenn du immer gründlicher dei-ner totalen Ohnmacht inne wirst, und wirstimmer mehr zum Bettler an des reichen Herrn IThür: »ach Herr, essen doch auch die Hündleinvon den Brosamlein, die von ihrer HerrenTische fallen!« ja, so ist dieses Abnehmen einwahres Gedeihen, und dieses Verarmen undErlahmen in dir ein Reich-und Starkwerdcnin Gott. Wo ein Mensch recht geistlich gesundist, da nimmt er ab, Christus aber wächst,und durch das eigne Abnehmen wird ihm Ehri- lstns täglich schöner, köstlicher, unentbehrlicherund süßer. Ich muß abnehmen, sagt Johan-nes, und drückt damit eine Nothwendigkeit ans.Ja, es geht nicht anders. Die der Herr liebhat, die führt er also von einem Untergangzum andern. Das Schauspiel solch einer geist-lichen Abnahme, auf daß Christus wachse, stelltuns unsre heutige Geschichte vor Augcu, andem Stempel Obadjas.

1. K ö n. 18 v. 1 16.

Und über eine lange Zeit kam das Wort desHerrn zu Elia, im dritten Jahr, und sprach:Gehe hin, und zeige dich Ahab, daß ich regnen