— 62 —
»Du sollst vom Bache trinken, und die Ra-ben sollen dich daselbst versorgen.« So derHerr; und wie wunderlich und unerhört dasklingen mochte, Elias beugte sich und glaubte,und sein Glaube hat ihn nicht betrogen. Esward alles Ja und Amen, was der Herr gere-det hatte, und blieb von allem nichts dahinten.Es wahrte nicht lange, da war das ganzeLand wie eine Heide, und Feld und Wald glicheiner öden Brandstatt; nur in einem Grundeblicbs grün und kühlig, in der Bergklust desPropheten. Alle Quellen versiegten, und rei-ßende Waldbäche trockneten aus unter schwülerSonnenhitze; nur ein Bächlein blieb am Rau-schen, das Bächlein Crith, das blieb so klarund kühl und frisch und voll, als wäre nichtsgeschehen. Und die Naben thaten auch ihrAmt. O Wunder! dieses raubgierige und un-ersättliche Geflügel, unrein nach dem Gesetze,und so gefräßig, so gefühllos, daß es die eige-nen Jungen würde verhungern lassen, wennnicht Gott ins Mittel träte, wie er spricht zuHiob: »wer bereitet den Naben die Speise, wennsie zu Gott rufen, und fliegen irre, wenn sienicht zu esse» haben?« — diese Thiere begegnenuns hier in Geschäften der uneigennützigstenLiebe, der Natur und Art ihres Geschlechts wie