s22 !."7eun und zwanzigste,.- Abschnitt.
deck unser jetziges Schießpnkver gemeyntsey. Zuverlässiger scheint die Nachricht, daßim Jahre izüz Markgraf Friedrich vonMeisten eine Donnerbüchse wider die Fe-stung Einbeck gebraucht hat. Im Jahre1^70 hatte Herzog Magnus von Braun-schweig bey seiner Armee: Bilden und dri-vcnde wcrrke, 'Armborste, Bullen undU)ere Im Jahre iz?8 trieb ein Mann inAugsburg die Kunst, Kanonen zu giessen,zu laden und abzuschießen, noch als ein gros-ses Geheimniß Grupen zieht hieraus denSchluß, daß damals unser Schießpulvernochnicht sehr bekant gewesen sey. Aber mirbeucht, das Geheimniß des AugsburgischenKünstlers, hat nicht so wohl in der Berei-tung des Pulvers, als vielmehr in dem Ge-brauche desselben bey den von ihm gegosse-nen lorinenris serieis bestanden. Sehr wahr-scheinlich ist, daß der kriegerische Gebrauchdcö Schicßpulvcrs weit jünger, als die Er-findung desselben ist. Schon im zwölftenJahrhunderte ward es zur Sprengung desGesteins im Nammelöberge bey Goslar ge-braucht; ungeachtet man gemeiniglich dieErfindung des Bohren und Schießen auf demGestern ins Jahr i6lz zusetzen pflegt. Viel-leicht ward es erst damals allgemeiner, odervielleicht erfand man damals erst die Weisezu bohren. Dieser alte Bergwerksgebrauchgab Gelegenheit, daß Heinrich, Pfalzgrafam Rhein, Sohn Heinrich, des Löwens,im Jahre 1200, auf eben diese Weise dieMauern eines Schlosses bey Tyrus spreng-te. In Rußland ward der Gebrauch erstim Jahre 1475. doch viele Jahre früher alsin Schweden, eingeführt. Aristotel von Bo-sogna lehrte die Russen Kanonen giessen, die