Gypsbrennerey. §. 2. z. zis
§- 2.
Das Brennen geschieht in Meilern, oderin offenen Defen, oder in Backöfen. Manschichtet den Stein mit Holz, und nimt ihnaus, ehr er glühet.
1. Die Meiler sind zn Weenzen im Lauenstci«nischen, und in Lüncburg gebräuchlich, anwelchem letzten Orte man sie Rosen nennet.Sie brennen daselbst gemeiniglich 14 Tage,und ihr Dampf verursacht, daß Silber undandere Metalle in den benachbarten Häu-sern anlaufen, indem sich unter dem Bren-nen ein Schwefel oder eine Schwcfelleber er-zeugt. Lesen von drey Wänden hat man zuOsterode, wo man durch 9 Fuder Holz siebenMalter gebrauten Gyps erhält. Backöfenhat man um Berlin und anderswo.
2. Gyps kan weit leichter als Kalk todt ge-braut werden. Er muß nur den gröbstenTheil seines Wassers verliehren, wenn erhernach wieder mit Wasser sich krystallisiernoder erhärten soll. Gemeiniglich entgehtihm ein Viertel seines Gewichts. Anderemeynen, der todt gebrante Gyps habe einenschwachen Grad der Vcrglasung erlitten.
z. Ein schon gebrauchter Kalk kan durch neuesBrennen wieder lebendiger Kalk werden (S.Z06 ); aber ein alter Gypsmörtel oder Estrichwird durch Brennen nicht wieder so brauch-bar als ein zum ersten mal gebrauter Gyps.
§- 3 -
Der gebrante Gyps oder Sparkalkmuß, weil er sich sonst nicht mit Wasser ge-
»ugs-