kleine Schriften. 921
rcn der meisten Compositioncn im neuesten Ge-schmack empfinden, nie das reine, natürliche Ver-gnügen ist, welches aus der Melodie oder Harmo-nie der Tone entspringt, sondern in Eine Klaßemit dem Vergnügen gehört, welches Luftspringerund Seiltänzer verschaffen, wenn sie schwere Kün-ste und erstaunliche Sprünge machen. Ich fürmein Theil glaube, daß bcydes ganz auf eins hin-auslauft, und bin gewiß, daß Personen, die keineKenner der Tonkunst sind, folglich diese Schwierigkei-ten gar nicht bemerken, bei) dieser Gattung von Musikauch wenig oder kein Vergnügen empfinden können.Die meisten Compositionen dieser Art sind nichtsals gewaltsame Wendungen. Oft traf cs sich,daß ich in Eoncertcn, wo die Gesellschaft wie ge-wöhnlich sehr gemischt war, so zu sitzen kam, daßich fast alle Anwesenden im Gesicht hatte; gleich-wohl konnte ich wahrend der Aufführung einerMenge solcher Stücke, — die Bewunderung derspielenden Tonkünstler! bey den Zuhörern keineSpur von Vergnügen bemerken. Eine alte, ganzeinfache schottische Arie hingegen, welche die Mu-siker verachteten, und die zu spielen man sie kaumbewegen konnte, verursachte augenscheinlich allgc-Zranklins kleine Schriften/ll.Theil, K niei«