VIOLA
VIOLA.
Mein Vater halt’ eine Tochter, welche liebte,
Wie ich vielleicht, war ich ein Weib, mein Fürst,Euch lieben würde.
HERZOG.
Was war ihr Lebenslauf?
VIOLA,
Ein leeres Blatt,
Mein Fürst. Sie sagte ihre Liebe nie,
Und Hess Verheimlichung, wie in der KnospeDen Wurm, an ihrer Purpurwange nagen.
Sich härmend, und in bleicher, welker Schwermuth,Sass sie wie die Geduld auf einer Gruft,
Dem Grame lächelnd. Sagt, war das nicht Liebe?
Wir Männer mögen leicht mehr sprechen, schwören,Doch der Verheissung steht der Wille nach.
Wir sind in Schwüren stark, doch in der Liebe schwach.
HERZOG.
Starb deine Schwester denn an ihrer Liebe?
VIOLA.
Ich bin, was aus des Vaters Haus von TöchternUnd auch von Brüdern blieb;-
11 lvi i>k f. i-K oknjos-A i’>K\i>. Arl II, Scoik 1 II.