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JESSIKA.
Der jedesweilige Zeitgeist lieh nun immer jenem Hasseseine Parole. Im Mittelalter trug diese Parole die düstreFarbe der katholischen Kirche, und man schlug dieJuden todt und plünderte ihre Häuser :«weil sie Christusgekreuzigt»—ganz mit derselben Logik, wie auf St. Do-mingo einige schwarze Christen, zur Zeit der Massacre,mit einem Bilde des gekreuzigten Heilands herumliefenund fanatisch schrieen : les blancs Vont tue , tuons tousles blancs .
« Mein Freund, Sie lachen über die armen Neger; ichversichere Sie, die westindischen Pflanzer lachten da-mals nicht, und wurden niedergemetzelt, zur SühneChristi, wie einige Jahrhunderte früher die europäi-schen Juden. Aber die schwarzen Christen auf St. Do-mingo hatten in der Sache ebenfalls Recht! die Weissenlebten müssig in der Fülle aller Genüsse, während derNeger im Schweisse seines schwarzen Angesichts für siearbeiten musste, und zum Lohne nur ein Bischen Reis-mehl und sehr viele Peitschenhiebe erhielt; die Schwar-zen waren das gemeine Volk. —
« Wir leben nicht mehr im Mittelalter, auch das ge-meine Yolk wird aufgeklärter, schlägt die Juden nichtmehr auf einmal todt, und beschönigt seinen Hass nichtmehr mit der Religion; unsere Zeit ist nicht mehr sonaiv glaubensheiss, der tradizionelle Groll kleidet sichin modernen Redensarten, und der Pöbel in den Bier-stuben wie in den Deputirtenkammern deldamirt widerdie Juden mit merkantilischen, industriellen, wissen-schaftlichen oder gar philosophischen Argumenten. Nurabgefeimte Heuchler gehen noch heute ihrem Hass eine