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Shakspeares Maedchen und Frauen
Entstehung
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LADY MACBETH.

salstragödie, in Vergleichung mit der Auffassung desFatums bei modernen Tragikern, des Breitesten aus-einander zu setzen. Ich erlaube mir über diesen Gegen-stand nur eine flüchtige Bemerkung.

Die Schicksalsidee des Shakspear ist von der Idee desSchicksals bei den Alten in gleicher Weise verschieden,wie die wahrsagenden Frauen, die kronenverheissendin der alten nordischen Legende dem Macbeth begegnen,von jener Hexenschwesterschaft verschieden sind, dieman in der Shakspearschen Tragödie auftreten sieht.Jene wundersamen Frauen in der alten nordischenLegende sind offenbar Walkyren, schauerliche Luftgöt-tinnen, die über den Schlachtfeldern einherschwebend,Sieg oder Niederlage entscheiden, und als die eigentli-chen Lenkerinnen des Menschenschicksals zu betrachtensind, da letzteres im kriegerischen Norden zunächstvom Ausgang der Schwertkämpfe abhängig war. Shak-spear verwandelte sie in unheilstiftende Hexen, entklei-dete sie aller furchtbaren Grazie des nordischen Zauber-thums, er machte sie zu zwitterhaften Missweibern,die ungeheuerlichen Spuk zu treiben wissen, und Ver-derben brauen, aus hämischer Schadenfreude oderaufGeheiss der Hölle : sie sind die Dienerinnen des Bösen,und wer sich von ihren Sprüchen bethören lässt, gehtmit Leib und Seele zu Grunde. Shakspear hat also diealtheidnischen Schicksalsgöttinnen und ihren ehrwür-digen Zaubersegen ins Christliche übersetzt, und derUntergang seines Helden ist daher nicht etwas vorausbestimmt Noth wendiges, etwas starr Unabwendbareswie das alte Fatum, sondern er ist nur die Folge jener