/
673
Eingang zu verschaffen, sie nur ins Licht zusezen brauche, brennt er vor Verlangen, sieauszubreilen, und die Hindernisse, die inan ihmentgegensezt, dienen, da sie ihm Irrthum undUngerechtigkeit im Bunde zeigen, um sie zuzerstören, blos dazu, ihn noch mehr zu reizen,und seine Kraft noch höher zu spannen. Gali-lei, durchseine eigenen Beobachtungen vonder Bewegung der Erde überzeugt, dachte langeZeit auf £in neues Werk, worin er alle Beweisedafür zu entwickeln sich vorgenommen hatte.
Aber um sich zugleich der Verfolgung zuentziehen, deren Opfer er hätte werden müs-sen, wählte er die Auskunft, sie in der Formvon Dialogen zwischen drey Personen, d^reneine das copernicanische System gegen dieAngriffe eines Peripatebikers vertheiaigt, dar-zustellen. Man sieht wohl, dafs der Vortheilauf der Seite des Vertheidigers dieses Systemswar; da aber Galilei nicht zwischen ihnenentschied, und den Einwürfen der Anhängerdes Ptolemäus so viel Gewicht gab, als nurmöglich war, so durfte er wohl erwarten, imGenüsse der Ruhe, die sein hohes Alter undseine Arbeiten verdienten, nicht gestört zuwerden. Die Aufnahme dieser Dialogen, unddie siegreiche Art, womit in denselben alleII. Theil. S