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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
Entstehung
Seite
XIX
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mehr um den Scharfsinn und das Urtheit zu üben, als das Le-ben zu regeln, und dcßhalb muß kein Werth darauf gelegt wer-den." So haben eure Vorgänger vor 6« Jahren gesprochen,und mir bangt, Ihr werdet in dieselbe Rede gegen mich aus-brechen. Aber sagt, wo steht es geschrieben, daß es überhauptund namentlich einem Vereine von geistlichen Männern erlaubtsei, schlechte und verderbliche Theoriecn aufzustellen und das Bösetheoretisch zu lehren? Sagt mir, woher haben die Jesuiten dasPrivilegium, ihren Scharfsinn an den schmutzigsten Obscönitätcn,an den furchtbarsten Verbrechen zu üben? Sind dieß Gegen-stände für Uebung des Scharfsinnes und der Urtheilskraft undgehören sie in Hunderte von Büchern, die nicht allein dem un-erfahrenen Volke leicht in die Hände gerathen konnten, sondernoft darauf berechnet waren, ihm in die Hände zu fallen, indemsie ausdrücklich sür's Volk und in der Volkssprache geschriebenwaren? Tamburini's Schrift: Rletlrockus expetlitao eonkessio-nis ist, wie es auf dem Titelblatte heißt, tsm pro conkosssriisyuam pro posMe-rtr'ör/s geschrieben und die uns vorliegendeAusgabe ist 1666 zu Cöln auf deutscher Erde gedruckt, wohindiese italiänische Giftpflanze durch jesuitische Tücke verpflanztwurde. Bauny hat seine 8owmo ckes peclres auch in franzö-sischer Sprache unter das Volk gebracht. Die schändliche üevotionaisöe, aus der ich unten am Schluffe des ersten Theiles Aus,züge mittheilcn werde, war für den Toilettentisch geschrieben.Wenn aber auch der größere Theil der jesuitischen Moraltheologieenin lateinischer Sprache geschrieben war, so wurden sie doch ver-standen von allen Geistlichen, von der ganzen studircnden Ju-gend und Lausenden von Laien, die, in viel größerer Anzahlals heute, der lateinischen Sprache mächtig waren. So warendem Gifte und den abnormen Schändlichkciten tausend Kanälegeöffnet, daß sie unter die Masse fließen konnten. — AberEure Einrede zeigt sich noch von einer viel bedeutenderen Seiteals nichtig. Die Jesuiten haben ihre Schlechtigkeiten, ihre Theo-rieen des Lasters nicht bloß für die Theorie und die Schule,nein, sie haben sie für die Praxis und das Leben geschrieben.