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Nebel, grüßte ein stille« Waldfeuer. Auf eines derselben hinzu schreitend,bemerkte ich allerlei dunkle Schatten, die sich rings um die Flamme» beweg-ten; doch erst in der unmittelbarsten Nahe konnte ich die schlanken Gestaltenund ihre melancholisch holden Gesichter genau erkennen. Es waren schöne,nackte Francnbildcr, gleich den Nymphen, die wir auf de» lüsternen Gemäldendes Julio Romano sehen und die, in üppiger Jugendblllthe, unter sommcr-grllncm Laubdach, sich aumuthig lagern und erlustigcu . . . Nch! kein so hei-teres Schauspiel bot sich hier meinem Anblick! die Weiber meines Traumes,obgleich noch immer geschmückt mit dem Liebreiz ewiger Jugend, trugen den-noch eine geheime Zcrstörniß an Leib und Wesen; die Glieder waren nochimmer bezaubernd durch süßes Ebenmaß, aber etwas abgemagert und wieüberfröstclt von kaltem Elend, und gar in den Gesichtern, trotz des lächelndenLeichtsinns, zuckten die Spuren eines abgrundtiefen Grams. Auch, statt aufschwellenden Nasenbänkcn, wie die Nymphen des Julio, kauerten sie aus demharten Boden, unter halbcntlaubtcn Eichcnbäumcn, wo, statt der verliebtenSonnenlichter, die quirlenden Dünste der feuchten Hcrbstnacht auf sie hcrab-sintertcn . . . Manchmal erhob sich eine dieser Schönen, ergriff aus demReisig einen lodernden Brand, schwang ihn über ihr Haupt, gleich einemTyrsus, und versuchte eine jener unmöglichen Tanzposituren, die wir aufetruskischen Vasen gesehen . . . aber traurig lächelnd, wie bezwungen vonMüdigkeit und Nachtkälte, sank sie wieder zurück ans knisternde Feuer. Be-sonders eine unter diesen Frauen bewegte mein ganzes Herz mit einem fastwollidstigen Mitleid. Es war eine hohe Gestalt, aber noch weit mehr als dieAnderen abgemagert an Armen, Beinen, Busen und Wangen, was jedochstatt abstoßend vielmehr zauberhaft anziehend wirkte. Ich weiß nicht wie eSkam, aber ehe ich mich dessen versah, saß ich neben ihr am Feuer, beschäftigtihre frostzitternden Hände und Füße an meinen brennenden Lippen zu wär-men; auch spielte ich mit ihren schwarzen feuchten Haarflechten, die über dasgriechisch gradnäsige Gesicht und den rührend kalten, griechisch kargen Busenherabhingen . . . Ja, ihr Haupthaar war von einer fast strahlenden Schwärze,so wie auch ihre Augcnbraunen, die üppig schwarz zusammenflössen, was ihremBlick einen sonderbaren Ausdruck von schmachtender Wildheit ertheilte. „Wiealt bist du, unglückliches Kind," sprach ich zu ihr. „Frag mich nicht nachmeinem Alter"— antwortete sie mit einem halb wehmüthig, halb frevelhaftenLachen — „wenn ich mich auch um ein Jahrtausend jünger machte, so bliebich doch noch ziemlich bejahrt! Aber es wird seht immer kälter und michschläfert, und wenn du mir dein Knie zum Kopfkissen borgen willst, so wirstdu deine gehorsame Dienerin sehr verpflichten . . ."
Während sie nun auf meinen Knien lag und schlummerte, und manchmal,wie eine Sterbende, im Schlafe röchelte, flüsterten ihre Gefährtinnen allerlei