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6 (1855) Vermischte Schriften : zweite Abtheilung
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Glacehandschuh tragen. Oder soll ich wieder nach dem verteufelten England,wo ich nicht in ekttgis hängen, viel weniger in Person leben möchte! Mansollte einem noch Geld dazugeben, um dort zu wohnen, und statt dessen kosteteinem der Aufenthalt in England doppelt so viel, wie an anderen Orten.Nimmermehr nach diesem schnöden Lande, wo die Maschinen sich wie Men-schen, und die Menschen wie Maschinen gebehrden. Das schnurrt undschweigt so beängstigend. AIS ich dem hiesigen Gouverneur präscntirt wurde,uud dieser Stockcngländcr mehre Minuten ohne ein Wort zu sprechen unbe-weglich vor mir stand, kam es mir unwillkührlich in den Sinn, ihn einmalvon hinten zu betrachten, um nachzusehen, ob man etwa dort vergesse» habe,die Maschinen aufzuziehen. Daß die Insel Helgoland unter brittischcr Herr-schaft steht, ist mir schon hinlänglich fatal. Ich bilde mir manchmal ein, ichröche jene Langeweile, welch» AlbionS Söhne überall ausdünsten. In derThat, aus jedem Engländer entwickelt sich ein gewisses Gas, die tödtlichc Stick-luft der Langeweile, und dieses habe ich mit eigenen Augen beobachtet, nichtin England, wo die Atmosphäre ganz davon geschwängert ist, aber in südli-chen Ländern, wo der reisende Brüte isolirt umhcrwandert, und die graueAureole der Langeweile, die sein Haupt umgibt, in der sonnigblauen Luft rechtschneidend sichtbar wird. Die Engländer freilich glauben, ihre dicke Lange-weile sei ein Produkt des Ortes, und um derselben zu entfliehen, reisen sie durchalle Lande, langweilen sich überall und kehren heim mit einem ckiar? ok au en-nuxöe. Es geht ihnen, wie dem Soldaten, dem seine Kameraden, als erschlafend auf der Pritsche lag, Unrath unter die Nase rieben; als er erwachte,bemerkte er, es röche schlecht in der Wachtstube, und er ging hinaus, kam aberbald zurück und behauptete, auch draußen röche übel, die ganze Weltstänke.

Einer meiner Freunde, welcher jüngst aus Frankreich kam, behauptete, dieEngländer bereisten den Contincnt aus Verzweiflung über die plumpe Kücheihrer Heimath; an den französischen Table-d'höten sähe man dicke Engländer,die nichts als Vol-au-Vents, Crbme, SUprdms, Ragouts, Gelees und der-gleichen luftige Speisen verschluckte», und zwar mit jenem kolossalen Appetite,der sich daheim an Nostbcefmassen und Jorkshyrcr Plumpuddiug geübt hatte,und wodurch am Ende alle französische Gastwirthe zu Grunde gehen müssen.Ist etwa wirklich die Exploitazion der Table-d'höten der geheime Grund,weshalb die Engländer herumreisen? Während wir über die Flüchtigkeitlächeln, womit sie überall die Merkwürdigkeiten und Gemäldegallerien an-sehen, sind sie es vielleicht, die uns mystiflcircn, und ihre belächelte Neugier istnichts als ein Pfiffiger Deckmantel für ihre gastronomischen Absichten?

Aber wie vortrefflich auch die französische Küche, in Frankreich selbst soll esjetzt schlecht aussehen, und die große Retirade hat noch kein Ende. Die Je-

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