Häuptlinge des Radikalismus nicht länger mit einem Aufstand, der schon imGeheimen organisirt wird, und der nur ans die Stunde harrt, wo der Konignicht mehr auf den Beistand der Depntirtcnkammcr rechnen kann. So langebeide Thcile nur schmollen, aber doch ihren Ehccontract nicht verleben, kannkein Umsturz der Regierung gelingen, und das wissen die Rädelsführer derBewegung sehr gut, deshalb verschlucken sie für den Augenblick all ihrenGrimm und hüten sich vor jedem unzeitigen Schilderhcbcn. Die GeschichteFrankreichs zeigt, daß jede bedeutende Phase der Revolution immer parlamen-tarische Anfänge hatte, und die Männer des geschlichen Widerstandes immermehr oder minder deutlich dem Volk das furchtbare Signal gaben. Durchdiese Thcilnahme, wir mochten fast sagen Complicität eines Parlaments, istdas Interregnum der rohen Fäuste nie von langer Dauer, und die Franzosensind vor der Anarchie viel mehr geschieht als andere Völker, die im rcvolutio-nairen Znstand sind, z. B. die Spanier. Das sahen wir in den Tagen desJulius, wo das Parlament, die legislative Versammlung, sich in einen crccu-tircndcn Convcnt verwandelte. ES ist wieder eine solche Umwandlung, dieman im schlimmsten Fall erwartet.
Paris, den bZ. November 1849.
Die Geburt des Herzogs von Chartres ist ein Nachtrag zur Kronrcde.„Mitleid, das nackte Kindlein" — sagt Shakespeare. Und das Kindlcin istobendrein ein Prinz von Geblüt, und also bestimmt, die traurigsten Prü-fungen zu erdulden, wo nicht gar die königliche Dornenkrone von Frankreichauf dem Haupte zu tragen! Gebt ihm eine deutsche Hebamme, damit er dieMilch der Geduld sauge. Er befindet sich frisch und gesund. Das kluge Kindhat gleich seine Situation begriffen und gleich zu weinen angefangen. Ucbri-gcns soll es dem Großvater sehr ähnlich sehen. Lchtcrcr jauchzt vor Freude.Wir gönne« ihm von Herzen diesen Trost, diesen Balsam; hat er doch in derlehten Zeit so viel gelitten! Ludwig Philipp ist der vortrefflichste Hausvater,und eben die übertriebene Sorgfalt für das Glück seiner Familie brachte ihnin so viele Collisioncn mit den Nationalintcrcfscn der Franzosen. Eben weiler Kinder hat und sie liebt, hegt er auch die entschiedenste Zärtlichkeit für denFrieden. Kriegslustige Fürsten sind gewöhnlich kinderlos. Dieser Sinn fürHäuslichkeit und häusliches Glück, wie dergleichen bei Ludwig Pbilipp vor-herrschend, ist gewiß ehrcnwerth und jedenfalls ist das allerhöchste Muster vondem heilsamsten Einfluß auf die Sitten. Der König ist tugendhaft im bür-gerlichsten Geschmack, sein Haus ist das honncttcste von ganz Frankreich, und