XIII
tritt eine weinerliche Weichheit ... das Alter er-scheint.
Naht diese winterliche Gestalt auch schon demVerfasser dieser Blätter? Gewahrst du schon, theurerLeser, eine ähnliche Umwandlung an dem Schrift-steller, der immer jugendlich, fast allzu jugendlich inder Literatur sich bewegte? Es ist ein betrübenderAnblick, wenn ein Schriftsteller vor unseren Augen,Angesichts des ganzen Publikums, allmählig alt wird.Wir Habens gesehen, nicht bei Wolfgang Goethe,dem ewigen Jüngling, aber bei August Wilhelm vonSchlegel, dem bejahrten Gecken; wir Habens gesehen,nicht bei Adalbert Chamiffo, der mit jedem Jahresich blüthcnrcicher verjüngt, aber wir sahen cS beiHerrn Ludwig Tieck, dem ehemaligen romantischenStrohmian, der jetzt ein alter räudiger Muntschegeworden . . . O, Ihr Götter! ich bitte Euch nichtmir die Jugend zu lassen, aber laßt mir die Tugen-den der Jugend, den uneigennützigen Groll, die un-eigennützige Thränc! Laßt mich nicht ein alter Pol-terer werden, der aus Neid die jüngeren Geister an-