Philosophierende Kunstsinnzeit war dem AufkommenGoethes günstig; eine Zeit der Begeisterung und der Tatkann ihn nicht brauchen. Aus jenem vierten Brief-sammlungsteil sah ich klar, wie ingrimmig er die Re-volution haßte, er hat in dieser Hinsicht ungünstig aufSchiller eingewirkt, den er vielleicht am Ende zum Mit-aristokraten gemacht hätte. Vgl. seine VerhöhnungPosselts, Campes, des Bürgcrdiploms, das Schiller ausFrankreich erhielt usw.
Entschuldigen Sie mein wirres Schreiben, meinKopf ist so matt; sonst würde ich auch vieles an Frauvon Varnhagen sagen, an Frau von Varnhagen, die fürdie Wahrheit gekämpft, gelitten, gestritten und sogargelogen hat. — Wie ergötzt mich jede Zeile, die sieschreibt!
Grüßen Sie mir Robert und seine Frau, der ichdieser Tage schreiben will. Ich lasse sie bitten, noch ehesie Brief von mir erhält, mir nochmals einige Zeilen zuschreiben; ich will's ihr in besseren Zeiten schon gedenken.— Wie lang ich hier bleibe, weiß ich nicht; was ich jetztbeginne, weiß ich auch nicht, kurz, ich weiß gar nichts.Ich glaub' aber auch nicht, daß andere viel mehr wissen.
Leben Sie Wohl, recht innig herzlich wohl, so gutes Ihnen nur möglich ist, und behalten Sie mich liebund wert.
146. An Varnhagen von Ense.
Wandsbeck, den 1«. Juni 183(1.
Schönes Wetter erharrend, bereite ich mich wiederzu einer Badereise nach Helgoland, und diese Zeilen
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