Freunde verdiene! Doch zu unserem Trost sei es gesagt,statt jener Verse war ich im Begriff, etwas innigstfreundschaftlich Seelenvolles zu sagen, und der ironischeTeufel hat mir wieder, wie gewöhnlich, entgegengesetzteWorte untergeschoben. —
Leb wohl und so glücklich, als es einem honettenMenschen jetzt möglich ist, grüß Zimmermann, lies desH. von Kleists Erzählungen.
Den 28. Zuli 18SS,
Die Post ist noch nicht abgegangen, und ich kannnoch einige Zeilen nachschicken. — Es ist hier sehramüsant. Wellengeräusch, schöne Frauen, gutes Essenund göttliche Ruhe. Dennoch fühl' ich mich sehr nieder-gedrückt. Es ist Erschlaffung, die nach großen Stürmeneintritt. Gedanken von papier msclle, und käsige Ge-fühle. In diesem toten Zustande nehme ich dennoch vielNaturanschauungen in mich auf, und verarbeitet diePhantasie manches begonnene Gedicht. „Seebilder" undneue Szenen zu meinem „Faust". — Ich werde wohl vierWochen hier bleiben, und wenn ich meine Spielverluste— gestern hat sich Fortuna wieder von mir gewendet —wiedergewinne, werde ich wohl nach Holland gehn. Esliegt eine Süßigkeit eigener Art in dieser unbestimmtenLebensart, wo alles von der Laune des äußeren Glückesabhängt. Erzähl nur beileibe niemandem von dieser Tor-heit. — Es macht mir Vergnügen, mich Dir in all meinenSchwächen zu zeigen. Wenn Du bald noch nicht abge-schreckt bist, werde ich Dich wohl für dieses ganze Lebenin Liebe und Freundschaft behalten. — Gott! welchenärrische Unterscheidungen haben wir Deutsche cinge-
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