Stunden in der Gesellschaft von Jeanette Jacobson, ver-ehelichte Goldschmidt, verbracht. Nein, ich will Dichnicht belügen, nicht der Westostwind, sondern die west-östliche Dame selbst hat mich neun Tage in Cuxhavenfestgehalten. O, sie ist schön und liebenswürdig! Wennder Mann neben ihr steht, sieht es aus, als wäre sie un-verheiratet; denn der Mann bedeutet nichts, so unbe-deutend ist er, aber herzensgut.
99. An Friedrich Merckel.
Norderney, den SS. Juli t8ss.
Dir vielen Dank für Deinen Brief, den ich inRitzebüttel nebst dem Scottschen Roman richtig erhalten.Gestern mittag bin ich hier angekommen. Acht Tagelag ich in Cuxhaven. Die Goldschmidt ist eine sehr schöneFrau; übrigens aber war es sehr langweilig in Cuxhaven,welches Nest, wenn es nicht unter Hamburgischen Schutzstände, mit etwas herberem Namen von mir benanntsein würde. Aber die Goldschmidt ist sehr schön.
Vorgestern nacht um ein Uhr reiste ich ab vonCuxhaven. Es war eine wilde Nacht und meineStimmung war auch nicht von der sanftesten Sorte.Das Schiff lag hoch aus der Reede, und die Jolle, worinich abfuhr, um es zu erreichen, wurde dreimal von demunklugen Wellen in den Hafen zurückgeschlagen. Daskleine Fahrzeug bäumte sich wie ein Pferd, und wenigfehlte, daß nicht eine Menge ungeschriebener Seebildcrnebst ihrem Verfasser zugrunde gingen. Dennoch --möge mir der Herr der Atomen die Sünde verzeihen
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