Du wirst mich nicht mißverstehen, lieber Simrock,und wenn Du seben könntest, wie ich in diesem Augen-blick herzlich lache, Du würdest es noch weniger. Wennich mich Deinem Urteil unterstelle, so erwarte ich etwasStrenges
Ich weiß nicht, wie ich durch Jdeenassoziation indiesem Augenblick auf Rousseau komme. Ich Hab' jetztseit Jahr und Tag nichts von ihm gehört, Hab' auch keineLust, ihm zu schreiben, und Du könntest mir vielleichtsagen, ob er noch lebt. O, sag mir, lebt man überhauptnoch am Rhein?
In meinem nächsten Bande der „Neisebilder" sollstDu den Rhein fließen sehen. Ich hoffe, Du bist damitzufrieden, daß ich die „Harzreise" umgearbeitet und ineiner anständigen Gestalt erscheinen lasse. Sie sah im„Gesellschafter" so muffig aus und so trist, daß ich esals eine Ehrensache betrachtete, sse in einem besseren Auf-zuge dem Publiko zu präsentieren. Daß dieses letztere anden „Nordseebildern" Geschmack finden werde, ist sehrdubiös. Unsere gewöhnlichen Süßwasser-Leser kannschon allein das ungewohnt schaukelnde Metrum einiger-maßen seekrank machen. Es geht doch nichts über denalten herrlichen Plattweg, das alte Geleise der altenLandstraße. — Du kannst kaum glauben, lieber Simrock,wie sehr ich das Meer liebe; ich will in kurzem wiederaufs Wasser, und es kann wohl einige Zeit anwähren,bis ich wieder nach Berlin komme. Aber es dauert nichtallzu lang. Deine Briefe werden mich immer finden,wenn Du sie an Hofsmann und Eampc in Hamburgadressierst.
Mit meiner Gesundheit geht es noch immer nicht
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