Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
83
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anwenden, und wenn ich mir auch hundertmal desTages vorsagte:Du willst Frau von Varnhagcn ver-gessen!" es ginge doch nicht. Vergessen Sie mich nicht!Sie dürfen sich nicht mit einem schlechten Gedächtnisseentschuldigen, Ihr Geist hat einen Kontrakt geschlossenmit der Zeit; und wenn ich vielleicht nach einigen Jahr-hunderten das Vergnügen habe, Sie als die schönste undherrlichste aller Blumen im schönsten und herrlichstenaller Himmelstäler wiederzusehen, so haben Sie wiederdie Güte, mich arme Stechpalme (oder werde ich nochwas Schlimmeres sein?) mit Ihrem freundlichen Glänzeund lieblichen Hauche, wie einen alten Bekannten, zubegrüßen. Sie tun es gewiß; haben Sie ja schon Anno1822 und 1823 Ahnliches getan, als Sie mich kranken,bittern, mürrischen, poetischen und unausstehlichenMenschen mit einer Artigkeit und Güte behandelt, dieich gewiß in diesem Leben nicht verdient, und nurwohlwollenden Erinnerungen einer früheren Kon-naissanz verdanken muß. Ich bin, gnädige Frau, mitAchtung und Ergebenheit

H. H e i n e.

28. An Moritz Embken.

Berlin, den 3. Mai 18S3.

Ihren Brief vom 28. April habe ich richtig er-halten, und beeile mich, Ihren Wunsch, meine Tragödienzu sehen, in Erfüllung zu bringen, indem ich Ihnen bei-kommendes Exemplar als ein Zeichen meiner Achtungverehre. Möge das Büchlein bei Ihnen eine gute Auf-

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