Rousseau wird sich an Steinmanns löbliche plastischeUmrisse gewöhnt haben, und Steinmann an Rousseausromantischen Farbenschmelz und Wortfluß. Aber keinersoll sich an der Eigentümlichkeit des andern vergreisen. —Ich werde Euch nächstens mehr schreiben über meineStudien, mein Poetisseren, meinen Umgang usw. Ichhabe l)r. Hnndeshagens sämtliche Austräge richtig be-sorgt, welches ich ihm nächstens selbst schreiben werde,da jetzt die Post abgeht und es zu spät ist, noch etwaszu schreiben. -— Denkt Euch, Hofat Beneke ist hier dereinzige, welcher über altdeutsche Literatur liest, und nursllorribile ckictuü) 9 (sage neun) Zuhörer hat. Unterdiese gehört auch meine Wenigkeit. Wenn Hundeshagennächsten Sommer über Nibelungen lesen wird, so möchtemich dieses wahrscheinlich nach Bonn zurückziehen. Dir,lieber Steinmann, bemerke ich nur noch, daß ich DeinenBrief erbrochen (in England steht daraus derGalgen) erhalten habe, und daß Dein Solinger Freundnur ein neues Kuvert mit meiner Adresse über den er-brochenen Brief gezogen hatte. Schreibe mir nur
recht viel, lieber Steinmanu, ich hatte lange auf Briefevon dir gewartet, und erhalte nach so langem Wartennur wenige Zeilen. Grüße mir alle unsere Freunde. —Lebt wohl, sonst geht mir die Post ab. Schreibt! schreibt!schreibt bald!
6. An F. A. Brockhaus.
Göttingen, den 7. November 1820.
Beiliegend erhalten Sie ein Manuskript, betitelt:„Traum und Lied", welches ich Ihnen zum Verlag an-
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