Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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In den ersten Wörtchen liegt der ewig lebendige Himmel,aber auch in dem letzten liegt die ewig lebendige Hölle. Könntest Du Deinem armen Freunde nur ein bißchenins Gesicht sehen, wie er so ganz bleich aussieht, und ge-waltig verstört und wahnsinnig, so würde sich Dein ge-rechter Unmut wegen des langen Stillschweigens sehrbald zur Ruhe legen; am besten wäre es zwar, wenn Dueinen einzigen Blick in seine inn're Seele werfenkönntest, da würdest Du mich erst recht lieb gewinnen.

Eigentlich, mußt Du wissen, lieber Christian, istjeder meiner Gedanken ein Brief an Dich, oder wenigstensgestaltet er sich so, und ich habe Dir unlängst schon einencllcnbreit langweiligen Brief zusammengekratzt, wo ichDir mein ganzes Innere seufzend aufschloß, vom Ei derLeda an bis Trojas Zerstörung; aber diesen Brief habeich weislich wieder vernichtet, da er doch zu nichts dienenkonnte, als in fremde Hände zu fallen und mir alsdannvielleicht den Garaus zu machen. Kannst mir ja so nichthelfen.

Einen kleinen Spaß will ich Dir erzählen. Duweißt, Christian, von demselben Augenblick an, als ichDich zum ersten Male sah, ward ich unwillkürlich zu Dirhingezogen, und ohne mir selber davon Rechenschaft gebenzu können, warst Du mir immer ganz unendlich lieb undteuer. Ich glaube Dir in dieser Hinsicht schon längstdavon gesprochen zu haben: wie ich oft in Deinen Ge-sichtszügen und vorzüglich in Deinen Augen etwasbemerkte, was mich auf eine unbegreifliche Art zugleichvon Dir abstieß und zugleich wieder gewaltsam zu Dirhinzog, so daß ich meinte im selben Augenblick liebendesWohlwollen und auch wieder den bittersten, schnöden,

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