Göttingen, den 30. August 17L0.
Liebster Freund!
^Hhrcn mcisterhnstcn Brief, den Sie mir über die Brüsseler Ge.mäldesammlung und über einige fromme Caricaturen zu Kölnschrieben, habe ich gewiß, aber das Wo? auszumachen, warmir in diesen Tagen, in welchen ich meine Antwort aufgescho-ben habe, unmöglich. Man verliert zuweilen Sachen ö loressto los A-rrllor, und das ist hier der Fall. Ich habe ibn, weildie opistola nicht bloß ostensrbilis war, sondern in die höchsteKlasse der ostoirlloirclarum gehörte, häufig ausgeliehen, und sokann es gar sein, daß ich einmal zu stark meine Acngstlichkeit,ihn zu behalten, habe merken lassen, und dieses hat mich darumgebracht. Vielleicht thur der Zufall, der Vater so vieler herrli-chen Erfindungen, am Ende das Beste dabei. Ich werde ihmwenigstens täglich Gelegenheit dazu zu geben suchen. VerzeihenSie mir, liebster Freund, daß ich, statt Ihnen Ihren Briefwieder zu verschaffen, nur den Verlust desto empfindlicher mache,und also im eigentlichen Verstände ein leidiger theologischer Trösterbin. Aber warum auch trösten? Ja, wenn der Kopf nicht mebrwäre, aus dem jenes alles hervorging. Aber das c-rrirm capritist ja noch da, und wie? wahrhaftig, ob ich Ihnen gleich nichtschreibe und nicht mit Ihnen rede, so bin ich doch öfter unterden Ihrigen mitten inne, als Sie vielleicht glauben, ich meineden Segen, der aus Ihrem Haupte mit einem Rcichthum, alsruhetcn Abrahamitische Verheißungen auf Jbnen, hervorgeht.Und warum sage ich das? deswegen, weil ich Ihnen sage» willund muß, ausrichtig, daß ich die Fortschritte Jbrcs Geistes undden calarvm Skl!rr>-k>,a-r->i> Ihres Stils bewundere. Ich möchte