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4 (1855) Deutschland. Atta Troll. Romanzero. Neueste Gedichte
Entstehung
Seite
59
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Auch die Censur ist nicht mehr streng,Hoffmann wird älter und milder,

Und streicht nicht mehr mit JugendzornDir deine Rcisebildcr.

Du selbst bist älter und milder jetzt,

Wirst dich in manches schicken.

Und wirst sogar die VergangenheitIn besserem Lichte erblicken.

Ja, daß es uns früher so schrecklich ging,In Deutschland, ist Ucbcrtreibung;

Man konnte entrinnen der Knechtschaft, wie einstIn Rom, durch Sclbstcntleibung.

Gedankenfreiheit genoß das Volk,

Sie war für die großen Massen,

Beschränkung traf nur die g'ringe ZahlDerjen'gen, die drucken lassen.

Gesetzlose Willkür herrschte nie.Dem schlimmsten DemagogenWard niemals ohne UrtheilspruchDie Staatskokarde entzogen.

So übel war es in Deutschland nie.

Trotz aller Zcitbedrängniß

Glaub' mir, verhungert ist nie ein MenschIn einem deutschen Gefängniß.

Es blühte in der VergangenheitSo manche schöne ErscheinungDes Glaubens und der Gcmüthlichkeit;

Jetzt herrscht nur Zweifel, Verneinung.

Die praktische äußere Freiheit wird einstDas Ideal vertilgen.

Das wir im Busen getragen es warSo rein wie der Traum der Liljen!

Auch unsrc schöne PoesieErlischt, sie ist schon ein wenigErloschen; mit andern Königen stirbtAuch Freiligraths Mohrenkönig.