1013
Pyrometrie.
vielfache Correctionen erfordernde pyrometrische Messungen inVorschlag. Dahin gehört die Vergleichung der Ausdehnunganderer Metalle mit der des Platins, um durch jene, die zwei-bis dreifach so grofs als die des Platins ist, die Ausdehnungdes letztem genauer auszumitteln und dadurch die Messungenmit dem Platinpyrometer sichrer und schärfer zu machen. Au-fserdem schlug er vor, die Wärme der Körper, nachdem sieeiner grofsen Hitze ausgesetzt gewesen waren, vermittelst desCalorimeters zu messen, welches allerdings zu genügendenResultaten führen könnte, wenn nur namentlich das Eis - Ca-lorimeter von Lavoisieh zu sehr scharfen Messungen geeignetund die specifische Wärme der angewandten Körper mit hin-länglicher Sicherheit bekannt wäre. Gleichen Unsicherheitenwar auch das Verfahren ausgesetzt, die Wärme der erhitztenKörper durch Mittheilung derselben an Wasser (Wassercalo-rimeter) zu messen. Endlich -wandte Guyton de Mokveaunoch das Mittel an, die' niedrigem Grade des Wedgwood’schenPyrometers mit den bekannten Temperaturen siedender Flüs-sigkeiten, namentlich des Quecksilbers, und mit den Schmelz-puncten nicht strengilüssiger Metalle zu vergleichen.
In den neuesten Zeiten hat hauptsächlich J. F. Daniele 1eine sehr grofse Menge pyrometrischer Versuche angestell.tund dabei, ebenso wie seine Vorgänger Wedgwood und Guy-ton de Morveau , durchaus sachgemäfs beabsichtigt, diejeni-gen hohen Temperaturen mit Genauigkeit aufzufinden , bei de-nen die verschiedenen Metalle schmelzen und die ungleichenGrade des Glühens zum Vorschein kommen 2 . Hierzu bedienteer sich der von ihm erfundenen Pyrometer; allein es ist indem diesen Apparaten gewidmeten Artikel bereits nachgewiesenworden, dafs auch diese nicht frei von unvermeidlichen Fehlernund daher die erhaltnen Resultate höchst unsicher sind. Man darfalso mit Recht sauen , dafs aller zahlreichen Bemühungen unoe-achtet die Pyrometrie noch in ihrer Kindheit sey, und es bleibtnoch immer fraglich, ob die Anwendung der viel versprechen-den Luftpyrometer einen bedeutenden Zweig der physikalischenWissenschaften merklich weiter zu fördern geeignet sey.
_ M.
1 Phil. Trans, 1829 u. 1831.
2 Die erhaltenen Resultate werden im Art. Wärme, Schmelzen,mitgetheilt und näher geprüft werden.
VII. Bd.
Ttt