986 Pyrometer.
geradezu und unbedingt in Abrede stellt, jedoch diesemnachganz abweichende Angaben der zum Schmelzen der Metalleund sonst erforderlichen Hitzegrade erhält. Nach ihm näm-lich fängt der Nullpunct der Wedgwood’schen Scale schon ;bei 510° F. (270° c.) statt 1077° F. an, und jeder Grad \jener Scale correspondirt mit 61°,2 F. (34° C.) statt 130° F., jwelches übrigens ungleich besser mit den spätem und hier- jvon unabhängigen Bestimmungen Dantell’s übereinstimmt.Prüft man die Angaben von Guytokt de Morveau, insbesonderemit Rücksicht auf die spätem Arbeiten Danielas, so ergiebtsich durch die Menge der beigebrachten Thatsachen und ihreUebereinstimmung unter einander, dafs das Wedgwood’schePyrometer mit der vom Erfinder gegebnen Scale und derenWerthen nicht füglich als sicher anzunehmen sey. Wollteman statt dessen die verbesserte Scale von Guytoü substitui-ren, so gäbe dieses zwar höchst wahrscheinlich richtigere Re-sultate, allein es fehlt auch dann auf jeden Fall die bei einem !Mefswerltzeuge unerläfslich nothwendige Sicherheit, und da Ider Erfinder desselben sogleich nach der ersten Bekanntma- |chung die Ungleichheit der vorhandenen Porzellanerde selbst Izugestand, das Instrument auch später gegen die gemachten jEinwendungen nicht in Schutz nahm , vielmehr offen bekannte, jdafs seine Pyrometercylinder sich nicht mehr in dem nämli- !chen Mafse, als früher, zusammenzögen, weil die ganz gleich- ;förmige Porzellanerde nicht mehr gefunden werde*, so mufsdieses Pyrometer aus der Reihe der genügenden Apparate ge-strichen werden, wie einfach und sicher auch das Princip seynmag, worauf es beruht, so lange die vollkommene Gleichheitder zu den Cylindern genommenen Masse nicht mit Gewifs-heit nachgewiesen werden kann.
Guytojj de Moiiveau prüfte das eben beschriebene Pyro-meter hauptsächlich durch ein von ihm selbst erfundenes, ausPlatin und hart gebranntem Thone verfertigtes 2 . Dasselbe be-Fig. steht aus einer Platte von hart gebranntem Thone A mit ei-UO. ner eingelegten Platinstange d, 45 mm (1 2. 7,948 Lin.) lang, 15 mm (2,216 Lin.) breit und 2 m ™ (0,887 Lin.) dick, welche mit
1 So erzählt J. C. Fischer in; Tagebuch einer Reise über Parisnach London. Aarau 1816. 8. S. 107.
2 Auu. de Chim. XLVI. 276. Franzos, Ann. cet. von Ffaliund Friedländer. 1807. St, IX. S. 80. Nicholson Journ, T. VI. p-89.