Polarisation des Liclits.
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der ungewöhnlichen Brechung unterworfen zu seyn , der andreder gewöhnlichen Brechung , sondern es komme auf die Lageder einen oder der andern Seite des Strahls gegen die Richtungder ungewöhnlichen Brechung des Krystalls an. Die Eigen-schaft, bald gewöhnlich, bald ungewöhnlich gebrochen zu wer-den , sah Newton als eine dispositio congenita der Lichtstrah-len an ; auch die auf die erste Oberfläche eines Krystalls fal-lenden Strahlen werden , glaubt er, nur darum der eine ge-wöhnlich, der andre ungewöhnlich gebrochen, weil bei eini-gen Lichttheilchen die Seite gewöhnlicher Brechung, bei denandern die Seite ungewöhnlicher Brechung der ungewöhnlichbrechenden Gegend oder Seite des Krystalls zugewandt waren.
4. Diese Erscheinung blieb als ein einzelnes Räthsel uner-klärt, bis Malus die doppelte Brechung einer neuen Untersu-chung unterwarf. Diese zeigte 1 , dafs dieselbe Uebereinstim-mung der Einwirkung, welche sich bei zwei Doppelspathkry-stallen fand , bei allen zwei doppelt brechenden Materien stattlinde. War ein gewöhnlicher Strahl durch Bergkrystall doppeltgebrochen und traf dann auf einen Kalkspath (Doppelspath) , sozeigten sich jene beiden Strahlen denselben Gesetzen unterwor-fen , wie wenn sie aus einem Kalkspath hervorgegangen wä-ren , und es ergab sich also, dafs die Modification , welche beider doppelten Brechung der ungewöhnlich gebrochene Strahlund welche der gewöhnlich gebrochene Strahl erlitten hat, eineund dieselbe ist, es mochte die doppeltbrechende Substanz seyn,welche man wollte. Malus bemerkte, dafs man die Lichtstrah-len , welche diese Modification erlitten haben, erkennen könne,wenn man sie, senkrecht auffallend auf die Oberfläche einesDop-pelspaths, durch diesen zum Auge gelangen liefse , indem diezwei Bilder, die man dann sieht, bei jeder Stellung des Dop-pelspaths gleiche Intensität haben, wenn der Strahl ein unpo-Iarisirter Strahl ist, ein solcher, wie wir ihn von der Sonne undvon brennenden Körpern unmittelbar erhalten , dagegen zweiungleiche Bilder hervorgehn, und zwar'wechselnd an Intensi-tät bei der Drehung des Doppelspalhkrystalls, wenn der Strahl, polarisirt ist. Besteht der Strahl ganz aus polarisirtem Lichte,so verschwindet bei dieser Drehung des Krystalls das eine Bild
1 Me’m. sur la theorie de la double refractiou. Paris 1810. p. 220.Auch G. XXXI. 274.