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schichte und einiger Acndcrungen muß ich erwähnen. Das aus sei-ner Hauptbestimnnmg entspringende unaufhörliche Reisen einzelnerReligiösen; der Wechsel von Clima und Lcbcnsgewohnheiten; dieNvlhwcndigkeit: sich zuweilen den Sitten und Gebräuchen der fernenVölkerschaften zu nähern, um vertraut mit ihnen zu werden und siebeherrschen zu lernen; der Umgang mir allen Fürsten und Großender verschiedenen Länder, mußten wohl mit der Zeit manche Satzun-gen und Härten als unstatthaft erkennen lassen und stillschweigendbeseitigen. Die Pest von 1348 und 1349 hatte mit ihren Verhee-rungen auch Unordnungen und Vernachlässigung in die KlösterDeutschlands gebracht. Conrad von Preußen stellte die regu-lirte Observanz wieder her (1389) ohne daß seine neue Congrega-tion dem allgemeinen Ordensgcneral sich entzogen hätte. Fast zugleicher Zeit (1402) besserte der selige Bartholomäus von St.Dominicus von Sicna gar vieles in den Italienischen Klöstern,und P. Bartholomäus Tcxicr, der General des Ordens, ge-brauchte alle seine Macht, um Ordnung und Sitte wieder herzustel-len. Er begründete die Cvngregation von Arragonien. —Bedeutender traten die Congregationen der Lombardei (1418)und von Toscana auf, deren erste P. Matthäus Bonipartivon Novara, und die andere der unglückliche HieronymusSavanarola *) gestiftet hatte. Beide wurden vereinigt, mit derCvngregation von Calabricn verstärkt, dann wieder getrenntund 1531 in eine regelmäßige Ordenspryvinz vewandclt." EineHolländische Congregation hatte viele Lombardischc undFranzösische Klöster an sich gezogen, bedeutende Privilegien und sehrmilde Observanzen errungen. Papst Ley X. riß 1614 die Französi-schen Klöster von ihr los, und gestartete, daß aus denselben eine ei-gene, weit strenger lebende Ga Ilica n i sche Congregation sichbildete. Nicht viel später begründete der P. Paul in Bcrnar-,
Hieronymus Savanarola N4Z2 zu Ferrara geboren) war einer derMänner, welche mit Enthusiasmus die Gebrechen ihrer Zeit, der geistliche»und kirchlichen Dinge aufdeckten und radicalc Reformen predigten. ImJahr 14S3 trat er offen gegen den Papst mit Bekenntnissen und Beschwer-den auf, mußte deshalb flüchten, wurde von Alexander VI. nach Rom cilirt,erschien nicht und verfiel dem Bann als ein frevelhafter Keßer. Für seineLehre wollte der Dominikaner Dominicus von Pisa, gegen dieselbe der Bar-füßer Sylvester die Feuerprobe bestehe«. Indem sich beide bereiteten mitder Hostie im Mund durch den Holzstoß zu gehen, entstand Getümmel undförmlicher Aufruhr unter dem Wölk, in Folge dessen Savanarola und diebeiden Eiferer verhaftet und der Inquisition zu Rom übergeben wurde».Alle drei mußten die Dualen der Folter bestehen und am ZZ. Mai I4D8 amGalgen ibr beben beschließen. Ihre Leichname wurden verbrannt und alsAsche in das Wasser gestreut. Bon seinen vitten asketischen, paranetische»,dogmatischen, polemischen und apologetische» Schriften, sind vorzüglich seineBriefe an Papst Alexander Vl. und seine opistoln a>i <p,oi»Ium <>r<linis so-«luloi» über die Unzulässigkcit der päpstlichen Ecommunication sehr merkwürdig.