Druckschrift 
2 (1844)
Entstehung
Seite
216
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Sternwarten und Astronomen.

Eine kurze Geschichte der astronomischen Instrumente, d. h.die Darstellung: der wesentlichen Aenderungen oder Vervoll-kommnungen zur Erlangung grösserer oder sicherer Genauig-keit im Beobachten zu geben, die ohne Zweifel höchst instruc-tiv sein würde, gestattet leider der beschränkte Raum diesesWerkes nicht. Von besonderem Interesse würde cs ferner ge-wesen sein, den Gang der Fortschritte der praktischen Optikdurch die englischen, französischen und deutschen Künstlerhier dargestellt zu finden. Daher behalten wir es uns vor, so-bald unsere „Geschichte der Astronomie“ sich einer günstigenAufnahme erfreuen, und es verlangt werden sollte, derselben ei-nen dritten Band folgen zu lassen, in welchem die „Literaturder Astronomie und die Geschichte der astrono-mischen Instrumente für das 19. Jahrhundert“ ent-halten ist.

Noch muss ausdrücklich bemerkt werden, dass bei den fol-genden Beschreibungen von 80 Sternwarten zugleich Zeit undOrt der Geburt, Anstellung' und des Todes der Astronomen, soweit dies möglich war, angegeben sind. — Die vorkommendengeographischen Positionen sind aus dem Bert, astron, Jahrbuchsfür 1844 entlehnt, dagegen diejenigen, bei welchen die Längenicht in Bezug auf Berlin ausgedrückt, andern Quellen entnommen.

Die neue Sternwarte zu Abo, als die nördlichste inEuropa und auf der Erde (60°27' Breite) überhaupt, war, wasdas prachtvolle Gebäude betrifft, im Herbste 1819 seiner Voll-endung nahe. Dasselbe bestand im ersten Stocke aus zweiZimmern zur Aufstellung der fixen Instrumente und aus einemhalbrunden Saale nach Süden, so wie aus einer Wohnung fürden Astronomen und seinen Gehilfen. Darüber war ein runderSaal, der eine freie Aussicht nach allen Himmelsgegenden ge-währte. Das Gebäude lag auf einem Granitfelsen (auf der Süd-seite der Stadt); die Fundamente der Pfeiler für die festenInstrumente ruhten unmittelbar auf dem Felsen. Ein jfüss. Me-ridiankreis, ein Aequatoreal und ein grosser Refractor warendamals aus München verschrieben worden. An -altern Instru-menten besass das Observatorium einen lOzoll. Quadranten vonBil d, 2 Sextanten von Cary und Troughton, zwei Chro-