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Astronomische Geographie.
IScrechnet niiin nun aus den wahrscheinlichsten Dimensionen desErdellipsoids nach Walbeck diese Werthe, so erhält manfolgende Breitengrade:
Berechnet.
Beobachtet,
Correction der Rech-nung*.
57136,078 Toisen
57135,800 Toisen
— 0,278 Toisen
57128574 -
57108,809
—19,765 -
57144,354 -
57165,550
+ 21,176 -
Hier ergiebt sich das merkwürdige Resultat, dass der, aus demganzen Bogen gefolgerte, Werth eines Breitengrades last genauin die W alb ec k’sche Ellipse passt, während die beiden Theil-bogen nicht unbedeutend abweichende Resultate gewähren. FürDorpat zeigt sich eine relative Ablenkung des Lothes in Bczic- ihung auf Hochland und Jakobsstadt, während dieser beiden Punkte !Verticalen so gegen einander geneigt sind, wie der Abstandihrer Parallelen es fordert. Diese relative Ablenkung des Lothesin Dorpat in Bezug auf Jakobsstadt und Hochland beträgt2",308. Um so viel müsste die Polhöhe Dorpat’s und also diesüdliche Amplitude vermehrt, die nördliche vermindert werden,um Alles in Ucbercinstimmung zu bringen: also eiu neuer Fallder relativen Abweichung der Lothlinie in einem Lande, das zuden flachsten in Europa gehört, und ein Beleg zu dem Satze, !dass nicht blos die sichtbaren Unebenheiten der Oberfläche, son-dern auch die ungleiche Verthcilung der Masse im Innern derErde auf die Stellung des Lothes gegen die ErdoberflächeEinfluss bat.
Unabhängig von dieser Gradmessung geschahen die grossentrigonometrischen Operationen, die von Seiten des kaiserlichenGeneralstabes schon vom Jahre 1816 an 10 Jahre hindurch un-ter Direction v. Tenner’s ausgeführt sind. Der Letztere wardveranlasst, die Dreiecksreihe zwischen Bristen in Kurland und iBeliu durch die astronomischen Beobachtungen an den End-punkten und auf der Mitte des Bogens zur Bestimmung desBreitengrades zwischen 52°5' und 56°55' nahe unter dom Me-ridiane von Wilna zu benutzen. Im Januar 1828 besprach sichübrigens v. Tenner mit v. Struve über die Vereinigung die-ser und der obigen Gradmessung, und beide nahmen alle erfor-