Druckschrift 
3 (1804)
Entstehung
Seite
715
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Meiern Gränzen anerkennen? Wer keineabsolute Nacktheit annimmt, muß jeden läng-sten Schleier der Sitte ehren und nicht vcrskürzen. Ist Schamhaftigksit einmal etwasHeiliges, was nur den Menschen angehört:so muß sie verehrt und geschont werden, inwelche Zeiten - Hülle sie auch sich werfenwolle.

Nirgends aber, in keinem Gedichte/ Ge-mälde, Gebilde kann sie mehr verwundet wer-den, als auf der Bühne; vor dem lebendi-gen Volk, wovon ein Fünftel aus Jungfrauenund Knaben besieht mit lebendigem Wortund Spiel und endlich durch den leben-digen Menschen, der vor einer Menge erotischeGeheimnisse an seiner Person entwickelt. . .

Lasset uns wenigstens die Schauspielerin(wenn auch nicht den Mann oder Vater)schonen. Ist es nicht Grausamkeit einesDichters, welcher ihr eine Oesscutttchkeir auf«