Druckschrift 
5,1 (1829) H
Entstehung
Seite
16
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etwas schwerfällig aussieht, dürfte doch durch ihre Solidität fürgröfsere Brücken sich empfehlen. Eine bedeutende Ausdehnungder Basis dieses Mauerwerks, seyen es Säulen, Pyramiden oderPrismen, oder eine grofse cubische Masse ist unerläfslich , umdem mächtigen Seitenzuge zu widerstellen, und durch einehinreichende Zurücksetzung des Schwerpunctes jede Umwäl-zung unmöglich zu machen. Diese Vorsicht wird besondersnothwendig, wenn man die Spannketten sogleich hinter ihremAuflagepunkte senkrecht herunterführt, und sie dort entwederan Felsen oder grofsen Steinblöcken anhaftet, oder in eine ArtKeller hinabgehen latst, wo sie unter dem Gemäuer befestigtwerden. Obwohl hier der senkrechte Zug der Spannketten je-de Umstürzung unmöglich macht, so wird dagegen dem bei-nahe horizontalen Seitenzug der Tragketten , und der Verschie-bung durchaus kein anderer AViderstand entgegengesetzt, alswelchen die Solidität des Gemäuers leistet, daher diese Leitungder Spannketten bei Säulen von geringer Basis Gefahr bringenwürde. Dafs hierbei überhaupt auf eine hinreichende Befesti-gung des Ufers , da, wo sie nicht von Natur gegeben ist,durch ein tiefgehendes Pfahlwerk gesehen werden müsse, bedarfkeiner Erinnerung.

Die sicherste Unterstiitzug der Ketten bleibt immer dieje-nige , wo sie dergestalt über die Tragpfeiler hin gezogen wer-den, dafs sie zu beiden Seiten gleiche TFinkel bilden. In die-sem Falle wird der Druck, den sie ausüben, ganz senkrecht,und insofern nur das Fundament fest ist, so wird auch eineweniger massive Unterstützung doch keinen Unfall besorgenlassen. Um dabei jeden Seitenzug zu verhindern, sollte manauch die, von starker Belastung oder durch Wärmeausdehnungbewirkte Reibung der Ketten auf der Unterlage dadurch besei-tigen, dafs man sie über Rollen oder Sectoren gehen läfst, de-ren Axen auf dem Gemäuer liegen. Die Kleinheit des Win-kels, welchen in dem angenommenen Falle die Spannketten mitdem Boden bilden, setzt ihren Befestigungspunct weiter land-einwärts , und macht es möglich, sie nicht durch die blofseBeschwerung mit einer grofsen Steinmasse zu sichern, sondernihrer Verrückung auch den unermefslichen AViderstand entgegenzu setzen, welchen die Unverschieblichkeit und Incompressibi-lität einer auch nur mäfsigen Erdmasse (z. B. beim Ankern derSchiffe oder bei der Befestigung der Erdwinden) leistet. ln