Druckschrift 
3 (1850)
Entstehung
Seite
513
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Eontrast-Farbe sogenannter Seen^« umgeben sind; er-scheinen auf der Marsscheibe noch, sei es an den Polen, welchedie Rotations-Achse bestimmt, sei es nahe dabei an denKälte-Polen, abwechselnd zwei weiße, schneeglänzendeFlecken.Es sind dieselben schon 1716 von Philipp Ma-raldi wahrgenommen; doch ihr Zusammenhang mit klimatischenVeränderungen auf dem Planeten ist erst von Herschel deinVater in dem 74ten Bande der? IiiIosopIiioaI Transao-tions, für 1784, beschrieben worden. Die weißen Fleckenwerden wechselsweise größer oder kleiner, je nachdem ein Polsich seinem Winter oder seinem Sommer nähert. Arago hatin seinem Polariscop die Intensität des Lichtes dieser Schnee-Zone des Mars gemessen, und dieselbe zweimal größer alsdie Lichtstärke der übrigen Scheibe gefunden. In den phy-sikalisch-astronomischen Beiträgen von M ä d l e r undBeer sind vortreffliche graphische Darstellungen^ der Nord-und Süd-Halbkugel des Mars enthalten; und diese merk-würdige, im ganzen Planetensystem einzige Erscheinung istdarin nach allen Veränderungen der Jahreszeiten und derkräftigen Wirkung des Polar-Sommers auf den wegschmel-zenden Schnee durch Messungen ergründet worden. Sorgfältigezehnjährige Beobachtungen haben auch gelehrt, daß die dunklenMaröflecken auf dem Planeten selbst ihre Gestalt und relativeLage constant beibehalten. Die periodische Erzeugung vonSchneeflecken, als meteorischen, von Temperatur-Wechselabhängigen Niederschlägen; und einige optische Phänomene,welche die dunklen Flecken darbieten, sobald sie durch dieRotation des Planeten an den Rand der Scheibe gelangen imachen die Eristenz einer Mars-Atmosphäre mehr als wahr-scheinlich.

A Humboldt, III. 33