II.
Natürliches und telescopisches Sehe». —Funkeln der Gestirne.—Geschwindigkeit des Lichtes. — Ergebnisse aus der Photometrie.
Dem Auge, Organ der Weltanschauung, ist erst seitdrittehalb Jahrhunderten, durch künstliche, telescopische-Steigerung seiner Sehkraft, das großartigste Hülsömittelzur Kenntniß des Inhalts der Welträume, zur Erforschungder Gestaltung, physischen Beschaffenheit und Massen derPlaneten sammt ihren Monden geworden. Das erste Fern-rohr wurde 1608, sieben Jahre nach dem Tode des großenBeobachters Tycho, construirt. Schon waren nach einanderdurch das Fernrohr die Jupiterstrabanten, die Sonnen-flecken, die sichelförmige Gestalt der Venus, der Saturns-ring als Dreigestaltung eines Planeten, telescopischeSternschwärme und der Nebelfleck der Andromeda^ entdeckt:als sich erst 163ck dem um die Längen-Beobachtungen soverdienten französischen Astronomen Morin der Gedanke dar-bot, ein Fernrohr an die Alhidade eines Meßinstruments zubefestigen und den Arcturus bei Tage aufzusuchen. 2 DieVervollkommnung der Theilung des Bogens würde ihrenHauptzweck, größere Schärfe der Beobachtung, gänzlich oderdoch großentheils verfehlt haben, wenn man nicht optischeWerkzeuge mit astronomischen Instrumenten in Verbindunggebracht, die Schärfe des Erkennens mit der des Messensin Verhältniß gesetzt hätte. Die Micrometer-Vorrichtungvon feinen Fäden, im Brennpunkt des Fernrohrs aus-