Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
24
Einzelbild herunterladen
 

24

bei? Sie dieses Glück nie empfunden? . . Aberich sehe eine ungewöhnte Rothe über Ihre Wan-gen ziehen . . . Sprechen Sie . . . Max?

Es ist wahr, Maria, ich fühle mich fastknabenhaft befangen, da ich Ihnen die glücklicheRebe gestehen soll, die mich einst unendlich be-seligt hat! Diese Erinnerung ist mir noch nichtverloren, und in ihren kühlen Schatten flüchtetsich noch oft meine Seele, wenn der brennendeStaub und die Tageshitze des Lebens unerträg-lich wird. Ich bin aber nicht im Stande, Ihnenvon dieser Geliebten einen richtigen Begriff zugeben. Sie war so ätherischer Natur, daß siesich mir nur im Traume offenbaren konnte. Ichdenke, Maria, Sie hegen kein banales Vorur-theil gegen Träume; diese nächtlichen Erscheinun-gen haben wahrlich eben so viel Realität, wiejene roheren Gebilde des Tages, die wir mitHänden antasten können und woran wir uns nichtselten beschmutzen. Ja, es war im Traume,