XI.V I
verlor am Ende ganz und gar die Schreiblust,trat ans Fenster, und betrachtete die weißenWolken, die eben, wie ein Leichenzug, am nächt-lichen Himmel dahinziehen. Eine dieser melan-cholischen Wolken scheint mir so bekannt, undreizt mich unaufhörlich zum Nachsinnen: wannund wo ich dergleichen Luftbildung schon frühereinmal gesehen? Ich glaube endlich, es war inNorddeutschland, vor sechs Iahren, kurz nachder Juliusrevolution, an jenem schmerzlichenAbend, wo ich auf immer Abschied nahm vondem treucsten Waffenbruder, von dem uneigen-nützigsten Freunde der Menschheit. Wohl kannteer das trübe Vcrhängniß, dem Jeder von unsentgegenging. Als er mir zum letzten Male dieHand drückte, Hub er die Augen gen Himmel,betrachtete lauge jene Wolke, deren kummervollesEbenbild mich jetzt so trübe stimmt, und weh-müthigen Tones sprach er: »Nur die schlechtenund die ordinären Naturen finden ihren Gewinn