Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
XXII
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Ja, nächst der Religion ist es die Moral,für deren Untergang Herr Menzel zittert. Ister vielleicht wirklich so tugendhaft, der unerbitt-liche Sittenwart von Stuttgart? Eine gewissephysische Moralität will ich Herrn Menzel kei-nesweges absprechen. Es ist schwer, in Stutt-gart nicht moralisch zu sein. In Paris ist esschon leichter, das weiß Gott! Es ist eine eigneSache mit dem Laster. Die Tugend kann jederallein üben, er hat niemand dazu nöthig als sichselber; zu dem Laster aber gehören immer zwei.Auch wird Herr Menzel von seinem Aenßernauf's glänzendste unterstützt, wenn er das Lasterfliehen will. Ich habe eine zu vortheilhafte Mei-nung von dem guten Geschmacke des Lasters, alsdaß ich glauben dürfte, es würde jemals einemMenzel nachlaufen. Der arme Goethe war nichtso glücklich begabt und es war ihm nicht ver-gönnt, immer tugendhaft zu bleiben. Die schwä-bische Schule sollte ihrem nächsten Musenalmanach