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3 (1827) E
Entstehung
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Ebbe und Fluth.

Um zu verstehen, welchen Einflufs der Mond auf dieFluthen hat, müssen wir an den Einflufs denken, den er auchauf die Bewegung des Mittelpunctes der Erde ausübt. Wennwir uns die Erde in ihrer Bahn fortrückend denken, so wie sie,wenn es gar keinen Mond gäbe, fortrücken würde, und nunplötzlich den Mond an die Stelle hinsetzen, wo er beim Neu-monde steht, so] wird ohne Zweifel die ganze Erde wegen derverstärkten Attraction gegen die Sonne Irin, aus ihrer Bahn et-was answeichen, und genau solche Betrachtungen, wie dieeben vorhin ausgeführten, zeigen,dafs die dem blonde zuge-kehrten Wassertheilchen am meisten und mehr als der Mittel-punct von ihrem Wege abgelenkt werden, sich nämlich demMonde und der mit ihm in Conjunction stellenden Sonne mehrals der Mittelpunct nähern und also ein Ansehwellen des Was-sers bewirken werden. Die an der entgegengesetzten Seiteliegenden Theilchen werden dagegen minder aus der ursprüng-lichen Bahn herausgezogen, und entfernen sich daher gleich-falls vom Mittelpuncte der Erde, so dafs eine Fluth an der vonSonne und Mond abgewandten Seite entsteht.

Etwas ganz Aehnlicb.es geschieht, wenn wir uns denMond im Vollmonde, der Sonne gerade gegenüber, denken.Dann werden nämlich alle Puncte der Erde etwas von der Son-ne abwärts gezogen und zwar die von der Sonne entfernteren,dem Monde zugekehrten, am meisten und mehr als der Mit-telpunct , die der Sonne zugekehrten am wenigsten; die Son-nenlluth, welche da entsteht, wo die Sonne im Zenith ist, wirdalso vermehrt, weil die ein wenig aus ihrer Bahn herauswei-chende Erde diese Theilchen hinter sich zuriickläfst; und die-jenige Sonnenfluth, welche da entsteht, wo die Sonne im Na-dir ist, wird verstärkt, weil der dort im Zenith stehendeMond die Theilchen, die ihm am nächsten sind, mehr als denMittelpunct aus der sonstigen Bahn gegen sich hinzieht.

Plätten wir den Mond da stehend angenommen, wo erin den Vierteln steht, so läfst sich eben so leicht zeigen, dafser die Sonnenfluth schwächt oder vielmehr da seine Wirkungmächtiger als die der Sonne ist, dafs er eine Fluth da hervor-bringt, wo die Sonne im Horizonte und der Mond im Zenithoder Nadir steht; dafs diese aber vermindert wird durch dieEinwirkung der Sonne, welche das Wasser da hinzieht, woder Mond es wegzieht. Ist der Mond im letzten Viertel, so